Wolfram Tetzlaff, University of British Columbia, ICORD, Vancouver, Canada

Welche Rolle spielt die Remyelinisierung für die Funktionserholung nach einer Rückenmarksverletzung?

Gefördert in: 2018, 2019, 2020


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Problem: Funktionsverlust wurde zum Teil dem Verlust der Myelinscheiden von nicht beschädigten Nervenfasern zugeschrieben

Angriffspunkt: Prozess der Remyelinisierung

Ziel: Verstehen welche Rolle die Remyelinisierung bei der Erholung der Bewegungsfähigkeit spielt

 

Eine Rückenmarksverletzung ist häufig inkomplett, und obwohl eine beträchtliche Zahl von Nervenfasern erhalten bleibt, kommt es dennoch zu einem Funktionsverlust und einer Lähmung. Man hat dies der Tatsache zugeschrieben, dass diese Nervenfasern zum  Teil ihre Isolierschicht, das sogenannte Myelin, verlieren. Myelin ist vergleichbar mit der Plastikisolierung von elektrischen Kabeln. Myelin kann in dem sogenannten Remyelinisierungsprozess wiederhergestellt werden, indem spezifische gliale Zellen, die Oligodendrozyten, Myelin produzieren.

Dieses Projekt will untersuchen, welche Rolle die Remyelinisierung bei der Erholung der Bewegungsfähigkeit (wie z. B. Gehfähigkeit) spielt, die bei Nagetieren spontan erfolgt. Die Arbeitsgruppe hat ein neues Tiermodell entwickelt, in welchem die Remyelinisierung nach Rückenmarksverletzung gehemmt werden kann. Überraschenderweise zeigte dies keine Auswirkung auf die funktionelle Erholung nach moderater Rückenmarksverletzung.  Dieser Befund stellt die Aussagekraft eines Nagetiermodell mit einer moderaten Rückenmarksverletzung als adäquates Testmodell für die Transplantation von oligodendrozytären Zellen in Frage.

In diesem Projekt wird die Hemmung der Remyelinisierung in verschiedenen Mausmodellen untersucht. Die Fragestellung ist, welche Mechanismen ohne die spontane Reparatur der Myelinschicht zur Funktionserholung führen. Damit soll geprüft werden, ob die Remyelinisierung ein wirksamer Angriffspunkt für eine Behandlung von Rückenmarksverletzungen ist.