Karim Fouad, University of Alberta, Edmonton, Kanada

Wann und wo sollte man Neuroplastizität mit einer gezielter Therapie fördern?

Gefördert in: 2019, 2020, 2021


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Problem: Zahlreiche Hemmstoffe des Nervenzellwachstums beschränken Plastizität und Trainingseffekte

Ansatzpunkt: Untersuchung des neuen Wirkstoffes Pleiotrophin, um Hemmung in Förderung von Zellwachstum umzuwandeln

Zielsetzung: Testung, wann und wo Pleiotrophin am effektivsten bei subakuter und chronischer Verletzung wirkt

Rehabilitationstraining gilt als eine der besten Behandlungen, um nach einer Querschnittslähmung eine Genesung zu erzielen. Training ruft im zentralen Nervensystem, und hierzu gehören das Gehirn und das Rückenmark, die Ausbildung von neuen Nervenverbindungen hervor. Diese neue Vernetzung wird als Neuroplastizität bezeichnet und ist die Basis für eine Erholung. Plastizität jedoch ist eingeschränkt durch unterschiedliche Hemmungsfaktoren des Nervenwachstums im zentralen Nervensystem. Das ist der Grund, warum der Effekt eines Rehabilitationstrainings nach einer Querschnittslähmung begrenzt ist.

Diese Arbeit beschäftigt sich mit einer neuen Substanz, genannt Pleiotrophin, die in der Lage ist, eine wichtige Klasse von Hemmstoffen in Förderstoffe für Nervenwachstum umzuwandeln. Der genaue Einsatzort im Zentralnervensystem, um eine optimale Erholung hervorzurufen (beispielsweise ober- oder unterhalb einer Verletzungsstelle), ist unbekannt. Die Forscher wollen testen, an welchen Stellen im zentralen Nervensystem Pleiotrophin am effektivsten ist, um den Wirkungsgrad des Rehabilitationstrainings in einem klinisch relevanten Tiermodell mit Halsmarksverletzung zu erhöhen. Dies möchten sie sowohl bei subakuter wie auch bei chronischer Querschnittsverletzung überprüfen. Diese Arbeit soll die günstigen Effekte des Trainings in ihrem Modell steigern und zukünftig dazu beitragen, Querschnittsgelähmte damit zu behandeln.