Christopher West und David Granville, Universität British Columbia, Vancouver, Kanada

Sulfaphenazol, vielversprechende Neuroprotektion, soll motorisches und autonomes System verbessern

Gefördert in: 2020, 2021, 2022


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Problem: Derzeit gibt es keine Therapie zur Verbesserung des funktionellen Zustands
Ansatzpunkt: Sulfaphenazol soll die Funktion des Herzens und der Blutgefäße beeinflussen und den Schweregrad der autonomen Dysreflexie verringern
Zielsetzung: Das Medikament Sulfaphenazol soll die Funktion verschiedener Körpersysteme verbessern


Eine Rückenmarksverletzung wirkt sich auf alle körperlichen Systeme aus. Nach der akuten Verletzung erleidet das Rückenmark im Laufe der Zeit weitere Schädigungen, die als Sekundärschaden bezeichnet wird. Viele Studien haben hier ihren Ansatz und zielen darauf ab, Rückenmarkgewebe und somit die Funktion der verschiedenen Körpersysteme so weit wie möglich zu erhalten. Es wurden mittlerweile einige vielversprechende Therapieansätze identifiziert, aber leider führte bis dato keine Therapie zu verbesserten funktionellen Ergebnissen.
Die Wissenschaftlergruppe will diese Forschungslücke füllen. Sie identifizierten alle Gene, die mit einer Rückenmarksverletzung in Verbindung stehen. Dann suchten die Forscher nach Medikamenten, welche diese Gene beeinflussen könnten. Das Vielversprechendste: Sulfaphenazol.
Im Rahmen dieser prä-klinischen Studie soll getestet werden, ob Sulfaphenazol die Funktion verschiedener Körpersysteme nach einer Rückenmarksverletzung verbessern kann. Ein Schwerpunkt ist, zu prüfen, ob Sulfaphenazol die Funktion von Herz und Blutgefäßen beeinflusst und ob es den Schweregrad der autonomen Dysreflexie verringern kann. Der Fokus auf die Körpersysteme unterscheidet diese Studie von jenen, die sich darauf konzentrieren, die Hand- oder Gehfunktion nach einer Rückenmarksverletzung wiederherzustellen. Herzerkrankungen sind eine der häufigsten Todesursachen bei Menschen mit einer Rückenmarksverletzung. Auch die autonome Dysreflexie kann lebensbedrohlich sein, wenn sie unbehandelt bleibt. Deshalb sind die Wissenschaftler von der großen Bedeutung überzeugt, sich auf diese Körpersysteme zu konzentrieren. Sie hoffen nachweisen zu können, dass Sulfaphenazol das Rückenmarksgewebe erhalten kann. Es soll die Anzahl der Nerven erhöhen, die an der Verletzungsstelle liegen und Herz und Blutgefäße kontrollierenWenn durch die Gabe von Sulfaphenazol mehr Nerven im Rückenmark erhalten bleiben, könnten die schädlichen Veränderungen, die am Herz und an den Blutgefäßen auftreten, ausgeglichen werden.