Peter Batchelor, Monash University, University of Melbourne, Parkville, Australia

Sofortige Kühlung und Notfall-dekompression als Behandlung für die traumatische zervikale Rückenmarksverletzung

Gefördert in: 2018, 2019, 2020


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Problem: Der Transport und die Untersuchung verzögern die dringend notwendige Dekompression und verschlimmern somit die Verletzungsfolgen

Ansatzpunkt: Ausweiten des Zeitfensters für die Operation auf einen klinisch realistischen Zeitrahmen

Zielsetzung: Verbesserte Erholung nach einer Rückenmarksverletzung

 

Die meisten Opfer einer akuten Rückenmarksverletzung sind jung und die Mehrheit trägt eine schwere Lähmung davon. Zurzeit gibt es noch keine spezifische Behandlung für Patienten mit einer akuten Querschnittslähmung. Jede noch so begrenzte Möglichkeit, das Outcome in dieser Patientengruppe zu verbessern, würde eine große Erleichterung bedeuten.

Eine Schädigung des Rückenmarks findet nicht nur ganz akut zum Zeitpunkt der Verletzung statt, sondern auch durch die Kompression des Rückenmarks als Folge von gebrochenen und fehlgestellten Wirbelkörpern. Frühere Studien legen nahe, dass eine schnelle Entlastung der Kompression durch eine Operation das Outcome der Patienten zu verbessern scheint. Jedoch ist eine sofortige Operation oft schwer zu bewerkstelligen, da der Transport, die Untersuchung und dir Stabilisation des Patienten, sowie die Organisation der Operation Zeit braucht. Kühlung (Hypothermie) kann den fortschreitenden Schaden, der durch die Kompression des Rückenmarks entsteht, unterbrechen. So kann eine Operation in einem klinisch realistischen Zeitrahmen durchgeführt werden.

Dieses Forschungsprojekt untersucht, ob es möglich ist, Patienten mit einer Verletzung im Halswirbelbereich innerhalb der ersten Stunden nach Trauma zu kühlen. Außerdem wird diese Studie auch die Machbarkeit einer frühzeitigen Operation nach einer Verletzung prüfen. Ausgewählte Patienten werden innerhalb von 2 Stunden nach Verletzung gekühlt und schnell in den Operationssaal transportiert, um innerhalb von 8 Stunden eine operative Dekompression durchzuführen.

Die Arbeitsgruppe hofft mit diesem Projekt zeigen zu können, dass es sicher ist, Patienten mit einer zervikalen Rückenmarksverletzung zu kühlen und dass damit eine zeitgerechte Notfall-Operation bei diesen Patienten erreicht werden kann. Die Kombination aus Kühlung und früher Dekompression könnte so die funktionelle Wiederherstellung nach einer Rückenmarksverletzung verbessern. Die Ergebnisse aus diesem Forschungsprojekt können dann als Basis für eine randomisierte, kontrollierte multizentrische Studie dienen.