Antje Kroner-Milsch, Medical College Wisconsin, Milwaukee, USA

Rolle und therapeutisches Potential Häm-bindender Proteine

Gefördert in: 2020, 2021, 2022


Zur Übersicht

Problem: Einblutungen führen aufgrund ihrer Toxizität zur Gewebeschädigung
Ansatzpunkt: Rolle und Wirksamkeit der Proteine α1-Antitrypsin und α1-Mikroglobulin
Zielsetzung: Verringerung des Sekundärschadens nach einer Halsmarksverletzung

Halsmarkschädigungen machen etwa 60 Prozent aller Rückenmarksverletzungen aus. Sie können Motorik und Sensibilität von Armen und Beinen, Atmung und autonome Funktionen stark beeinträchtigen. Der mit einer Rückenmarksverletzung verbundene Gewebeschaden tritt in zwei Phasen auf:  Das mechanische Trauma verursacht die primäre Schädigung. Es folgt eine sekundäre Schädigung, die unterschiedliche Faktoren vermitteln. Zu diesen gehören auch Entzündung und Einblutung. Wäre es möglich den Sekundärschaden in der akuten und subakuten Phase der Verletzung zu beeinflussen, könnten die Defizite nach einer Rückenmarksverletzung geringer gehalten werden. Einblutungen können zur Gewebeschädigung führen, da die Blutabbauprodukte eine toxische Wirkung haben und die ablaufende Entzündung zusätzlich anfachen.
Im Gefäßsystem werden diese Abbauprodukte üblicherweise durch Häm-bindende Proteine neutralisiert. Einige dieser Abfangproteine sind auch im zentralen Nervensystem vorhanden und können zum Schutz des Gewebes beitragen. Allerdings ist ihre Konzentration im Falle einer Rückenmarksverletzung zu gering, um eine entscheidende Wirkung zu entfalten.
In dieser Studie wird die Rolle der Abfangproteine α1-Antitrypsin und α1-Mikroglobulin nach einer Rückenmarksverletzung untersucht. Von Interesse ist, wie effektiv diese den Sekundärschaden nach einer Halsmarkverletzung reduzieren können und dadurch zu einer funktionellen Erholung beitragen.
In einem Mausmodell für Halsmarkschädigung sollen Gewebsanalysen und Verhaltenstests darüber Aufschluss geben.
Das Ergebnis könnte entscheidend das Wissen über den Ablauf des Sekundärschadens nach einer Einblutung und Entzündung erweitern. Dies könnte die Entwicklung eines Therapieansatzes zur Eindämmung des Sekundärschadens ermöglichen. Patienten würden dadurch von funktionellen Verbesserungen profitieren.