Stephen Strittmatter, Yale Universität, New Haven, Connecticut, USA

RESET – ReNetX‚ Sicherheit, Wirksamkeit und Verträglichkeit von AXER-204 bei chronischer Querschnittverletzung

Gefördert in: 2017, 2018, 2019, 2020, 2021


Zur Übersicht

Problem: Eingeschränkte Rückgewinnung von Funktionen bei chronisch querschnittgelähmten Patienten

Angriffspunkt: Infusionen von AXER-204 (NoGo Trap) ins Nervenwasser durch die Lendenwirbelsäule bei chronisch querschnittgelähmten Patienten

Ziel: Nachweis von Sicherheit, Verträglichkeit und Wirksamkeit der Substanz. Um motorische Funktion zu verbessern, soll neurale Plastizität und Aussprossen neuraler Netzwerke gefördert werden

 

Strittmatter, Direktor des Departments für Zelluläre Neurowissenschaften, Neurodegeneration und Neuroregeneration an der Yale Universität, hat sich intensiv in den letzten Jahrzehnten mit der Lösung des Rätsels beschäftigt, wie man beschädigte Nerven zum Wiederausprossen bringt. Wenn jemand eine Verletzung mit Nervenschaden erlitten hat, „sind Nervenfasern gekappt, aber viele Nervenzellen selbst sind immer noch am Leben. Wir müssen es schaffen, Nervenzellen wieder miteinander zu verbinden und damit ein neuronales Netzwerk wiederherzustellen“, so Strittmatter.

Anfang der 2000er Jahre hat sich Strittmatter auf drei Schlüsselproteine konzentriert:  Nogo-A, MAG und OMgp. Alle drei besitzen die Fähigkeit das Auswachsen von Nervenfasern - oder von Axonen – aufzuhalten. Sein Team entdeckte einen Rezeptor für diese Proteine und entwickelte ein Abfangmolekül, genannt die „Nogo-Falle“, das die Rezeptoren der Nervenfasern davor schützt, von den Proteinen entdeckt und inhibiert zu werden. Als Strittmatter dieses Molekül in das Nervenwasser von Ratten mit Rückenmarksschädigung einbrachte, gelang es nahezu einem Drittel der vorher gelähmten Tiere, wieder den vollen Umfang an Mobilität zu erreichen. Und dies auch noch, wenn erst drei Monate nach Querschnittverletzung mit der Therapie begonnen wurde. Die Ergebnisse wurden unter anderem im Journal of Neuroscience und Nature veröffentlicht.

Bis heute gibt es keine bestätigte regenerative Therapie, die für Patienten mit chronischer Rückenmarksschädigung verfügbar wäre. „Viele Moleküle, Wirkstoffe und Geräte wurden getestet“, sagt Strittmatter, „aber allgemein waren die Versuche immer darauf ausgerichtet, eine Behandlung unmittelbar nach der Querschnittsverletzung zu beginnen.“ Der Wirkstoff, den er entwickelt, ist darauf ausgerichtet zu wirken, „nachdem das Zentralnervensystem zur Ruhe gekommen ist und jemand bereits an den Rollstuhl gebunden ist. Das ist das Stadium, in dem wir eine Behandlung beginnen wollen.“

ReNetX Bio, das Unternehmen, das aus Strittmatters Arbeit hervorgegangen ist, arbeitet derzeit mit der U.S. Food and Drug Administration zusammen, um eine klinischen Studie ab Ende 2018 auf den Weg zu bringen. „Das war mein Ziel in den letzten 10 Jahren, eine klinische Studie aufzusetzen“ sagt er. „Es ist unglaublich spannend diesen Fortschritt zu erleben.“ Das Team ist dankbar, dass Wings for Life ihn dabei unterstützt.

SCIENTIFIC REFERENCES

POPULAR PRESS REFERENCES