Martin Oudega, Shirley Ryan AbilityLab, Chicago, USA

Neuartige zweistufige und kombinierte Transplantationsstrategie

Gefördert in: 2021, 2022, 2023


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Problem: Ergebnisse einer Schwann-Zell-Transplantation bleiben begrenzt
Ansatzpunkt: Strategie zur Herstellung vaskularisierten Gewebes und Einführung von Schwann-Zellen
Zielsetzung: Neue Ansätze der Zelltransplantation nach einer Halsmarksverletzung

Die Transplantation von Schwann-Zellen in geschädigtes Rückenmark soll die Wiederherstellung von Nervengewebe und verlorenen Funktionen bringen. Allerdings bleibt das Gesamtergebnis derzeit sehr begrenzt. Ein Problem bei Ansätzen der Zelltransplantation ist der rasche Verlust der eingebrachten Zellen an der Verletzungsstelle. Dies bedeutet gleichzeitig einen Verlust ihrer Effekte für die Reparatur.

Kürzlich ist den Wissenschaftlern der Beweis gelungen, dass das Einbringen eines Hydrogels aus Hyaluronsäure in die Verletzungsstelle die Bildung von vaskularisiertem Gewebe erzeugt. Anhand dieser Ergebnisse haben die Forscher weiter überprüft, inwiefern das abweisende Umgebungsmilieu der Verletzungsstelle Reparaturvorgänge begrenzt, die von Schwann-Zellen orchestriert werden.

Um dies genauer zu untersuchen möchten die Wissenschaftler eine neuartige zweizeitige Transplantationsstrategie nach einer Halsmarksverletzung anwenden, die mit einigen Paradigmen bricht. So entsteht zunächst Gewebe mit Gefäßen an der Verletzungsstelle. Erst danach werden die Schwann-Zellen eingebracht.

Sie erhoffen sich, mit ihren Experimenten folgende Ziele zu realisieren:

1)    Mehr Erkenntnis über die Reparatureffekte eines zweizeitigen Transplantationsansatzes

2)    Mehr Erkenntnis über das klinische Zeitfenster für diesen Ansatz

3)    Bestimmung der Effekte des verletzten Gewebes durch die Behandlung mit Hydrogel aus   Hyaluronsäure auf die Wirksamkeit der Schwann-Zellen

Die neuartige, zweistufige Strategie könnte die Zelltransplantation grundlegend verändern, um eine Querschnittsverletzung zu heilen.