Timothy O`Shea, Universität Boston, Biomedizinischen Ingenieurswissenschaften, Boston, USA

Narbenreparatur durch enzymatische Andauung und Zelltransplantation

Gefördert in: 2022, 2023, 2024


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Problem: Gewebehaltige Narbe mit neuralen Stammzellen wiederbeleben
Ansatzpunkt: Neue Strategien testen für die lokale Andauung der chronischen Narbe
Zielsetzung: Erkenntnisgewinn über die Zelltransplantation bei einer chronischen Rückenmarksverletzung

Eine Rückenmarksverletzung verursacht bleibende Schäden, weil das geschädigte Gewebe sich nicht auf natürliche Art und Weise erholen kann. Stattdessen bildet sich an der Stelle der Verletzung eine dichte, fibrotische Narbengewebe aus, das keine neurologische Erholung erlaubt. Fortschritte in der medizinischen Versorgung und neue Rehabilitationsmöglichkeiten haben einzelnen Patienten mit einer Rückenmarksverletzung geholfen, wichtige Funktionen wiederzuerlangen. Dies funktioniert, indem jene Anteile des Rückenmarks angeregt werden, die von der Verletzung verschont geblieben sind.

Jedoch in jenen Fällen, in denen eine schwerwiegende Verletzung vorliegt, führt die Rehabilitation nicht zu einer wesentlichen Wiederkehr an Funktionen. Ein Grund hierfür ist das Ausmaß der Schädigung. Der andere ist ein zu viel an fibrotischer Narbe, die es zu umgehen gilt. Eine fibrotische Narbe mit einer neuralen Zelltransplantation wiederzubeleben ist ein vielversprechender Therapieansatz. Hierbei wird die Stelle einer Rückenmarksverletzung mit neuralen Stammzellen zur Regenration angeregt.   Allerdings hält die steife, unbewegliche chronisch-fibrotische Narbe die transplantierten Zellen an der Stelle gefangen und macht dies so zu einer chirurgischen Herausforderung.

Um dieses Problem anzugehen, möchten die Forscher in diesem Projekt eine neue Strategie testen. Sie möchten versuchten durch eine örtliche enzymatische Andauung der chronisch-fibrotischen Narbe das Ergebnis einer Zelltransplantation entscheidend zu verbessern. Sie möchten speziell entwickelte Trägerstoffe in Nanogröße verwenden, um das Enzym Kollagenase vor Ort zu bringen, wodurch die fibrotische Narbe abgebaut und gleichzeitig das angrenzende Gewebe minimal beeinflust werden soll. Die Forscher möchten effektive, enzymatische Narbenandauung mit   neuraler Stammzelltransplantation kombinieren. Das Ergebnis möchten sie mittels genetischer Sequenzierung und mikroskopischen Methoden überprüfen. Die Naturwissenschaftler gehen davon aus, dass dieses Projekt das Verständnis über die Zelltransplantation bei einer chronischen Rückenmarksverletzung entscheidend voranbringen wird. Es soll zudem neue Werkzeuge hervorbringen, die bei weiteren Testungen zum Einsatz kommen könnten. Das Ziel wäre hier, eine Rückenmarksverletzung mit neuen, frischen Zellen zu versorgen, die funktionierendes, neurales Gewebe bilden.