Chet Moritz, Electrical & Computer Engineering, University of Washington, Seattle, USA

Multilokale Rückenmarksstimulation, um Gehen und autonome Funktionen wiederherzustellen

Gefördert in: 2021, 2022, 2023


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Problem: Keine wirksame Therapie, um Bewegungen und autonome Funktionen wiederherzustellen
Ansatzpunkt: Stimulation über Haut an Nacken und Lendenwirbelsäule
Zielsetzung: Neue, nicht-invasive Rückenmarksstimulation

Es gibt nur wenige Therapien, die bei einer chronischen Querschnittslähmung Bewegung und autonome Funktionen zurückbringen können. Dies trifft zu, obwohl in über 50 Prozent der Verletzungen sensible und motorischen Funktionen erhalten bleiben, was auf eine inkomplette Rückenmarksschädigung hinweist. Außerdem sind über die Hälfte hohe Querschnittsverletzungen und betreffen das Halsmark.

Die Wissenschaftler haben gezeigt, dass eine Stimulation über der Haut (transkutane Stimulation) am Nacken über dem Halsmark zu wichtigen und langanhaltenden Verbesserungen der Handfunktion bei chronischen Patienten führt. Zusätzlich haben einige Teilnehmer an diesen Untersuchungen eine gesteigerte Muskelkraft, Funktion und Sensibilität in den Beinen sowie auch eine verbesserte autonome Kontrolle bei der Blasen- und Darmfunktion festgestellt. Daher haben die Wissenschaftler in dem hier vorgestellten Projekt beschlossen, näher zu untersuchen, ob die Stimulation über der Haut in Nacken und Lendenwirbelsäule das Gehen und die autonomen Funktionen bei Patienten mit einer chronischen inkompletten Halsmarksverletzung positiv beeinflussen kann.

Bei der Testung dieses Ansatzes wird diese nicht-invasive Rückenmarksstimulation mit einem intensivierten Rehabilitationsprogramm für das Stehen, das Gleichgewicht und das Gehen gepaart. Teilnehmer erhalten in einem Crossover-Design entweder nur ein intensiviertes Rehabilitationsprogramm oder eine Kombination mit der Rückenmarksstimulation. Die Wissenschaftler werden in jeder Phase der Studie die Gehfunktion, die Gleichgewichtsstabilitat und die Muskelkraft sowie auch die Blasen- und Darmfunktion messen.

Auf ihren sehr vielversprechenden vorläufigen Daten begründet, gehen sie davon aus, dass sich die Gehfunktion durch diese Kombinationstherapie verbessern wird. Die Neurowissenschaftler erwarten ebenfalls eine Optimierung der Blasen- und Darmfunktion. Sollten sich diese Annahmen bestätigen, könnte der Weg für eine neue, nicht-invasive Rückenmarksstimulation geebnet sein. Diese könnte die Gehfunktion und die autonomen Funktionen bei Patienten mit einer chronischen Halsmarksverletzung verbessern.