Matthias Krenn, University of Mississippi Medical Center, Jackson, USA

Lumbosakrales Netzwerk für Neuromodulation nach Querschnittslähmung nutzen

Gefördert in: 2019, 2020, 2021


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Problem: Fürs Gehen zuständige Schaltkreise im Rückenmark befinden sich bei verschiedenen Querschnittsverletzungen in unterschiedlichem Zustand

Ansatzpunkt: Elektrische Stimulation sensibler Nervenfasern als Eintrittsstelle zum Rückenmark nutzen

Zielsetzung: Stimulation des sensiblen Inputs des Rückenmarks zur Verbesserung der Gangfunktion

 

Eine Querschnittsverletzung trennt den Nervenverbund für Beinbewegungen im Rückenmark vom Gehirn. Unterhalb der Läsionsstelle bleibt jedoch die sensorische Rückmeldung ans Rückenmark unverletzt. So haben wir immer noch Zugang zum Nervensystem um das Gehens zu ermöglichen.

Es wurden bereits Versuche unternommen, den sensorischen Beitrag ans Rückenmark zu stimulieren, um die Gehfunktion nach einer Querschnittslähmung zu verbessern. Diese zeigten aber unterschiedlichste Ergebnisse. Ein Grund dafür ist vermutlich, dass die spinalen Netzwerke für das Gehen (in Anbetracht der sehr heterogenen Muster an Querschnittsverletzungen) sich in unterschiedlichsten funktionellen Zuständen befinden. Ziel ist es, die neurophysiologischen Gegebenheiten der unterschiedlichsten Querschnittsverletzungen zu verstehen, um die Gehfunktion für den Einzelnen oder für bestimmte Gruppen zu verbessern.

Die Wissenschaftler eine elektrische Stimulation der sensorischen Nervenfasern, die ins Rückenmark eintreten (sogenannte transkutane spinale Stimulation). So sollen die spinalen Reflexe unter verschiedenen Bedingungen während eines robotergestützten Gehens geprüft werden. Die Forscher verwenden hierbei unterschiedliche neuromodulatorische Stimulationsmuster und registrieren in ihrem Labor die Muskelantworten der Beine bei 60 Patienten über einen Zeitraum von drei Jahren.
DIe Wissenschaftler gehen davon aus, ein Spektrum an bestimmten neurophysiologischen Gegebenheiten zu erarbeiten, das von der Art und Schwere der Querschnittsverletzung abhängt. Dies soll dabei helfen, eine Voraussage über die Ansprechbarkeit unterschiedlicher Patienten für die Neuromodulation mit unterschiedlichen Parametern der transkutanen Stimulation auszumachen.

Die Ergebnisse können helfen, den Wirkungsgrad der Neuromodulation für Patienten im Rahmen dieses neuen neurorehabilitativen Ansatzes zu steigern.