Steve Lacroix, Universität Laval, Quebec, Kanada

Interleukin-1 alpha wichtig bei Sekundärschaden und Entwicklung neuropathischer Schmerzen

Gefördert in: 2020, 2021, 2022


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Problem: Interleukin-1 alpha triggert den Untergang von Oligodendrozyten und aktiviert möglicherweise Schmerzrezeptoren
Ansatzpunkt: Signalwege identifizieren, die durch IL-1 alpha zu Sekundärschaden und chronischen Schmerzen führen
Zielsetzung: Erfolgreiche Strategien, die Immunzellen und Entzündung beeinflussen und damit funktionelles Defizit und chronische Schmerzen reduzieren

Eine Hauptfolge einer Querschnittsverletzung ist der Verlust an Nervengewebe an der Verletzungsstelle. Dies mündet in einer Entzündungsantwort. Und dies kennzeichnet das Einwandern von Immunzellen, die aus dem Blut stammen und eine Hauptrolle bei der Entfernung von zellulären Restbestandteilen spielen. Jedoch tragen einige Moleküle, die von den Immunzellen freigesetzt werden, zu dem Sekundärschaden bei, der das Absterben von Nervenzellen (Neuronen), und von Zellen, die die Schutzhülle der Nervenfasern bilden (Oligodendrozyten) bewirken. Die Wissenschaftler haben kürzlich entdeckt, dass die Entzündungsmoleküle auch Schmerzrezeptoren (Nozizeptoren) stimulieren, was chronische Schmerzen verursacht. Unter den Faktoren, die eine Entzündung hervorrufen, sind Moleküle, die üblicherweise innerhalb von Zellen des Rückenmarks zu finden sind. Sie werden nur freigesetzt, wenn es hier zu einer Verletzung kommt. Diese in der Zelle befindlichen Moleküle, die man „Warnsignale“ nennt, schließen das Entzündungsprotein Interleukin (IL)-1 alpha mit ein. Im Normalzustand befindet sich IL-1 alpha innerhalb der Mikroglia, einer örtlich gebundenen Population an Immunzellen im Rückenmark. Jedoch wird aus IL-1 alpha, wenn es einmal nach einer Verletzung freigesetzt wird, ein sehr starker Aktivator für eine Entzündung. Die Wissenschaftler haben kürzlich in ihrem Labor entdeckt, dass es zusätzlich zu seiner Rolle bei der Entzündungsaktivierung das Absterben der Oligodendrozyten hervorruft und die Schmerzrezeptoren zu aktivieren scheint.
Das Hauptziel dieses Forschungsprojektes ist jetzt, die Mechanismen herauszufinden, die an dieser Antwortkaskade beteiligt sind. Das Wissen soll dafür verwendet werden Sekundärschaden und chronische Schmerzen nach einer Querschnittsverletzung zu verhindern.
Diese Studie soll erfolgreiche Strategien voranbringen, um Immunzellen und damit das Entzündungsgeschehen so zu beeinflussen, dass funktionelle Defizite und chronische Schmerzen nach einer Verletzung möglichst gering gehalten werden.