Aaron Phillips und Grégoire Courtine, University of Calgary, Physiology and Pharmacology, Calgary, Kanada

Epidurale Langzeitstimulation zur Wiederherstellung des sympathischen Nervensystems und eines stabilen Blutdrucks

Gefördert in: 2019, 2020, 2021


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Problem: Autonome Dysfunktion ist ein Hauptproblem und Herz-Kreislauf-Einschränkungen gelten als Haupttodesfolge

Ansatzpunkt: Elektrische Stimulation nutzen, um die autonome Kontrolle der Blutdruckregulation wiederherzustellen

Zielsetzung: Entwicklung einer nicht-pharmakologischen Therapie gegen Blutdruckentgleisungen

Autonome Dysfunktion, das heißt die gestörte Kontrolle vieler unbewusst ablaufender Körperfunktionen, ist nach einer Querschnittsverletzung ein Riesenthema. Die Beeinträchtigung der Herz-Kreislauf-Funktion, eine der bedeutenden autonomen Funktionen, gilt als Todesursachen Nummer eins. Kurze, aber schwerwiegende Abfälle und Anstiege des Blutdrucks sind die häufigsten Auswirkungen einer autonomen Dysfunktion nach einer Querschnittslähmung und gut untersuchte Risikofaktoren für Schlaganfall und Herzinfarkt. An beiden Krankheitsbildern leiden Querschnittspatienten in alarmierend hoher Zahl.

Die klinischen Möglichkeiten, starke Blutdruckschwankungen zu therapieren, sind derzeit sehr begrenzt. Kreislaufmedikamente sind entweder dafür entwickelt, den Blutdruck zu senken oder anzuheben. Die meisten wirken über Stunden bis über den ganzen Tag, was die Steuerbarkeit des Blutdrucks bei Querschnittspatienten extrem schwierig macht. Eine neue Technologie, die sogenannte Neuroprothetik, macht es möglich, das Rückenmark elektrisch zu stimulieren. Sie hat sich zu einer vielversprechenden Therapie entwickelt, um motorische Funktion nach einer Querschnittsverletzung wiederherzustellen. Die Pilotdaten zeigen, dass die gleiche Intervention in der Lage ist, die autonome Kontrolle des Blutdrucks wiederzuerlangen.

Die Ziele dieser Studie sind:

a) Elektrische Rückenmarksstimulation zielgerichtet nutzen, um akut autonome/Herz-Kreislauf Funktion nach einer Querschnittsverletzung zu verbessern.

b) Elektrische Rückenmarksstimulation langzeitig anwenden, um die autonome Kontrolle des Blutdrucks zu rehabilitieren.

c) Erkenntnisgewinn über Mechanismen, die der Verbesserung der autonomen Funktion durch Neuroprothetik zugrunde liegen.

Diese Technologie bringt eine neuartige, rasch wirkende und nicht-pharmakologische Therapie zur besseren Einstellung der Blutdruckschwankungen nach einer Querschnittsverletzung. Sie soll sowohl die Lebensqualität als auch die Lebensspanne der Betroffenen erhöhen.