Veerle Somers, Hasselt Universität, Hasselt, Belgien

Eine Querschnittverletzung ruft Autoantikörper hervor, die als Biomarker dienen können

Gefördert in: 2020, 2021, 2022


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Problem: Eine gestörte Blut-Liquor-Schranke setzt Proteine ins Blut frei, die eine Immunreaktion und einen damit verbundenen Gewebeschaden hervorrufen
Ansatzpunkt: Bestimmung neuer, durch eine Querschnittsverletzung hervorgerufene Autoantikörper und deren Potential als Biomarker
Zielsetzung: Erkenntnisgewinn über die Pathomechanismen einer Querschnittsverletzung

Aktuelle Untersuchungen zeigen, dass Antikörper einen sehr großen Anteil am Schaden nach einer Querschnittsverletzung haben. Im Rahmen einer Querschnittsverletzung wird die Blut-Liquor-Schranke geschädigt, was zu einer Freisetzung von Proteinen aus dem zentralen Nervensystem ins Blut führt. Diese Proteine rufen eine Immunreaktion hervor, die eine Produktion von Autoantikörpern mit sich bringt und durch diese zusätzlichen Gewebsschaden. Der Nachweis von Autoantikörpern im Blut wird oft als Biomarker sowohl für die Diagnose als auch für die Prognose von Autoimmunkrankheiten verwendet.
Bei einer Querschnittsverletzung sind die aktuellen neurologischen Bewertungsskalen und bildgebenden Techniken unzureichend, um den Krankheitsverlauf vorherzusagen und eine verlässliche Aussage über das Ansprechen auf eine Therapie zu treffen. Dies liegt an der großen Heterogenität dieser Patientengruppe. Das Ziel dieses Projektes ist es daher, neue, durch eine Querschnittsverletzung hervorgerufene Autoantikörper zu identifizieren und auf ihr Potential als verwendbare Biomarker zu prüfen. Sie könnten helfen, eine Aussage über das Erholungspotential zu treffen. Zudem ist von Interesse, ob diese Antikörper pathogene Fähigkeiten haben. Blutproben von Querschnittsverletzten werden auf Antikörper gegen Rückenmarksproteine und ihr Potential als Biomarker untersucht. Krankheitsverlauf, Komplikationen, Parameter für Entzündung und Gewebsuntergang werden auf das Auftreten von Autoantikörpern bei Querschnittsverletzten hin begutachtet. Die Relevanz dieser Antikörper auf den Krankheitsverlauf bei Querschnittsverletzen wird überprüft, indem diese am präklinischen Rückenmarksmodell getestet werden.
Die Erforschung der Rolle dieser neuen, von der einer Querschnittsverletzung hervorgerufenen Autoantikörper ist sehr wichtig, um ein besseres Verständnis für die zugrundeliegenden Pathomechanismen zu gewinnen. Dieser Schritt ist notwendig um, neue therapeutischen Ziele festlegen zu können.