Sam David, McGill Universität Montréal, Montréal, Kanada

Die Rolle der Ferroptose beim Sekundärschaden

Gefördert in: 2020, 2021, 2022


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Problem: Eine Rückenmarkverletzung führt zu einem Überschuss an Eisen im betroffenen Gewebe
Ansatzpunkt: Der durch Eisenüberladung ausgelöste Gewebeuntergang
Zielsetzung: Mit einem Medikament Ferroptose verhindern und Eisen inaktivieren

Einblutungen sind eine unmittelbare Folge einer Querschnittsverletzung. Dadurch gelangen rote Blutkörperchen, die stark eisenhaltig sind, ins Rückenmarksgewebe. Rote Blutkörperchen verursachen einen enormen Überschuss an Eisen im verletzten Gewebe. Eisen kann freie Radikale produzieren, die hochgiftig sind. Dadurch entstehen zusätzliche Zellschäden und eine Beeinträchtigung der Erholung nach einer Verletzung. Trotz vieler Studien gibt es derzeit keine gute Strategie, um die schädlichen Folgen des Eisenüberschusses in den Griff zu bekommen. Dies ist weitgehend auf das begrenzte Verständnis des Schädigungsmechanismus und den Mangel an wirksamen Medikamenten zurückzuführen. Die jüngsten Entwicklungen in diesen beiden Bereichen geben jedoch neue Hoffnung. Diese Studie untersucht den Schädigungsvorgang, die sogenannte Ferroptose. Ferroptose ist eine neu beschriebene Art von Gewebsuntergang, deren Auslöser Eisen ist. Die Studie untersucht neue Wirkstoffe, die entweder den Vorgang der Ferroptose unterbinden oder Eisen in einer Komplexverbindung inaktivieren. Es wird auch menschliches Rückenmarksgewebe, Blutplasma und Nervenwasser untersucht, um das Ausmaß der ablaufenden Ferroptose besser einschätzen zu können. Diese Arbeit könnte neue Hoffnung auf ein Medikament geben, das die Folgeschäden einer Rückenmarksverletzung eindämmt.