Michael G. Fehlings, Krembil Research Institute, Toronto Western Hospital, University Health Network, Toronto, Canada

Die “Nächste Generation” von Stammzellen für die Behandlung der hohen Querschnittslähmung: Entwicklung von Stammzellen mit der Fähigkeit, die Umgebungsbedingungen zu modulieren

Gefördert in: 2017, 2018, 2019


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Problem: Es gibt keine Heilung für Querschnittslähmung, Stammzellen wird ein therapeutisches Potential zugeschrieben

Angriffspunkt: Spezifische Stammzellen und ihre regenerativen Eigenschaften

Zielsetzung: Entwicklung von Stammzellen für den therapeutischen Einsatz

 

Rückenmarksverletzung ist einschneidend und lebensverändernd und bis jetzt nicht ursächlich therapierbar. In der Mehrheit kommt es zu einer hohen – zervikalen - Rückenmarksverletzung mit schwerwiegenden Folgen oder tödlichem Verlauf. Ein hoher Querschnitt kann durch eine akute Verletzung oder durch das Fortschreiten einer degenerativen Erkrankung verursacht sein. Der Schwerpunkt dieser Forschung hat drei zentrale Themen: Schutz, Erhaltung oder Regeneration des verletzten Rückenmarks und spiegelt damit auch die Therapieoptionen im Fortschreiten der zervikalen Rückenmarksverletzung von der ersten Stunde bis einige Monate nach der Verletzung wider. Das Ziel ist, eine dem zeitlichen Ablauf entsprechende neue Therapiestrategie zu entwickeln. In diesem Projekt liegt der Schwerpunkt auf der Regeneration des verletzten Rückenmarks bzw. der verlorengegangenen Zellen und der Förderung neuer Netzwerke, um die Arm- und Beinfunktionen wiederherzustellen. Mit diesem Ziel soll eine Stammzelltherapie für akute und chronische Rückenmarksverletzung entwickelt werden.

Stammzellen haben die Fähigkeit, das verletzte Rückenmark zu reparieren und zu regenerieren und somit zur funktionellen Erholung des Patienten beizutragen. Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es allerdings Limitierungen für den therapeutischen Einsatz von Stammzellen: in der Verletzungsstelle überleben die transplantierten Zellen sehr schlecht und es bildet sich dort Narbengewebe aus. In diesem Projekt sollen Stammzellen entwickelt werden, die ganz spezifisch diese Barrieren überwinden. Diese neuartigen Zellen, genannt SMaRT Zellen (Spinal Microenvironment modifying and Regenerative Therapeutic (SMaRT)), sind der Eckpfeiler dieses Projekts. Es wird erwartet, dass die Transplantation von SMaRT Zellen zu einer Regeneration des Rückenmarks und der neuralen Netzwerke und so zu einer Langzeiterholung von Funktionen bei Rückenmarksverletzung führt.