Catherine Jutzeler und John Kramer, ICORD, University of British Columbia, Vancouver, Canada

Biomarker aus dem Blut zur Vorhersage des Outcomes nach Rückenmarksverletzung

Gefördert in: 2018, 2019, 2020


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Problem: Eine genaue Vorhersage des Ausmaßes an funktioneller Wiederherstellung nach einer Rückenmarksverletzung ist schwierig.

Ansatzpunkt: Die Rolle von Biomarkern aus dem Blut bei der Vorhersage der langfristigen Wiedergewinnung von neurologischen Funktionen nach Rückenmarksverletzung

Zielsetzung: Bessere Vorhersage des langfristigen Outcomes nach Querschnittslähmung

 

Eine genaue Vorhersage des Ausmaßes an der Rückgewinnung von Funktionen nach einer Rückenmarkverletzung hat sich als besondere Herausforderung erwiesen. Der einzige aussagekräftige Hinweis darauf, wie weit sich ein Patient funktionell erholen wird, ist bisher die Aussparung von sensorischen und motorischen Fasern bei der Verletzung, gemessen anhand gängiger neurologischer Untersuchungsverfahren. Diese sind jedoch subjektiv und erfordern eine aktive Beteiligung des Patienten (d.h. verbal und körperlich). Ein Drittel der akut rückenmarksverletzten Patienten sind jedoch betäubt, ruhiggestellt und/oder sehr schwer verletzt, sodass eine frühe Einschätzung nicht möglich ist. Vor allem für klinische Studien zur Überprüfung von Therapieansätzen für die akuten Phase ist das schwierig, denn man möchte ja eine Patientengruppe einschließen, die in Bezug auf ihren frühen neurologischen Status und auf die Aussicht einen definierten klinischen Endpunkt zu erreichen, möglichst einheitlich sind.

Das übergreifende Ziel dieses Projekt ist demnach, zu untersuchen, welche Rolle Biomarker aus dem Blut in der Vorhersage der langfristigen Wiedergewinnung von neurologischen Funktionen nach Rückenmarksverletzung spielen. In einem ersten Schritt wird die Arbeitsgruppe statistische Methoden, die auf maschineller Datenverarbeitung beruhen, auf bereits bestehenden Daten von klinischen Studien anwenden. Um die Einschränkungen von bestehenden Datensätzen zu umgehen, werden in einem nächsten Schritt prospektiv Blutproben von einer neuen Patientengruppe gesammelt, um die Ergebnisse aus den bisherigen Daten zu bestätigen. Diese Arbeit soll die bestehenden Standards vervollständigen, um das langfristige Outcome nach einer akuten Rückenmarksverletzung besser vorherzusagen. Später sollen die hier gesammelten Informationen auch eine entscheidende Rolle beim Design von prospektiven klinischen Studien spielen, die die Effektivität von Interventionen bei Patienten mit akuter Querschnittslähmung testen.