Huyan Meng, Neurologie, Boston Children's Hospital, Boston, USA

Axonale Wiederherstellung durch Mikroglia

Gefördert in: 2021, 2022, 2023


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Problem: Das Umgebungsmilieu hemmt die axonale Regeneration
Ansatzpunkt: Eine durchlässige Umgebung für axonales Wiederauswachsen schaffen
Zielsetzung: Eine Strategie auf der Ebene von Mikroglia entwickeln für eine effiziente Wundheilung

Nach einer Querschnittsverletzung ist das hemmende Umgebungsmilieu eine wichtige Hürde für das axonale Wiederauswachsen. Dieses Milieu ist geprägt von einer großen Anhäufung von Zellen und extrazellulärer Matrixmoleküle. Daher sind Strategien wichtig, um eine Durchlässigkeit dieser Umgebung für ein axonales Wiederauswachsen zu ermöglichen.

Eine Entzündung von Nervengewebe tritt an der Verletzungsstelle auf und mag eine solches Ziel für eine solchen Einflussnahme sein. In den frühen Verletzungshasen wirkt eine solche Entzündung schützend. Zu einem späteren Zeitpunkt allerdings beschleunigt es die Entwicklung einer Narbe und verhindert weitere Regeneration. Ein Schlüsselzelltyp ist die Mikroglia, die die sowohl hilfreiche wie hinderliche Entzündung von Nervengewebe orchestriert. Daher ist davon auszugehen, dass Mikroglia die Schnittstelle für ein Umschalten dieser beiden Phasen ist.

Jüngere Studien der Neurowissenschaftler haben gezeigt, dass neonatale Mikroglia in der Lage ist eine wirksame Wundheilung zu bewerkstelligen. Es ermöglicht ein durchlässiges Umgebungsmilieu für ein axonales Wiederauswachsen (Li et al., 2020). Diese neuen Erkenntnisse belegen, wie Wundheilung beim Erwachsenen beeinflusst werden kann. Das Ziel dieses Projektes ist es, beteiligte Moleküle zu identifizieren und eine Strategie zu entwickeln, die auf der Mikroglia beruht. Damit sollen eine wirksame Wundheilung und eine reduzierte Narbenbildung erreicht werden. Dies könnte dann zu einem axonalen Wiederauswachsen und zu einer funktionellen Erholung in einem experimentellen Querschnittsmodell führen.