Marios Papadopoulos und Samira Saadoun, St George's Hospital, University of London, London, Großbritannien

Auswirkung von Fieber bei Patienten mit akuter, schwerer traumatischer Querschnittsverletzung

Gefördert in: 2019, 2020, 2021


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Problem: Unbekannte Auswirkungen veränderter Körpertemperatur auf verletztes Rückenmark

Ansatzpunkt: Beobachtung von Druckverhältnissen und Stoffwechsel des verletzten Rückenmarks

Zielsetzung: Verbessertes klinisches Management akuter, schwerer Rückenmarksverletzungen auf der Intensivstation

 

Einführung: In den allerersten Tagen nach einer Querschnittsverletzung entwickeln viele Patienten Fieber. Übliche Gründe für Fieber sind Infektionen (Sepsis), beispielsweise eine Pneumonie, neurogenes Fieber (verursacht durch Gewebeschaden an Nervenverbindungen zum Rückenmark, die die Körpertemperatur regulieren) und Verletzung anderer Organe, beispielsweise bei einer Lungenquetschung.

Problem: Die Auswirkungen veränderter Körpertemperatur auf das verletzte Rückenmark sind unbekannt.

Methoden: In der Abteilung der Forschergruppe werden Sonden in die Verletzungsstelle eingebracht, um die Druckverhältnisse und den Stoffwechsel des verletzten Rückenmarks auf der Intensivstation zu beobachten. Die Forscher möchten bestimmen, was mit dem Druck im Rückenmarksgewebe, dem Stoffwechsel und der Entzündung passiert während der verschiedenen Arten von Fieber, beispielsweise septisches Fieber, neurogenes Fieber und Fieber verbunden mit anderen Organschäden. Es wird untersucht, ob ein bestimmter Marker im Blut (Procalcitonin im Serum) hilft, zwischen septischem und nicht-septischem Fieber zu unterscheiden. Außerdem findet ein Vergleich ihrer Monitoringtechnik für Druck und Mikrodialysate an der Verletzungsstelle mit einer einfachen Methode am lumbalen Nervenwasserraum statt. Es wird untersucht, ob die Drainage von Nervenwasser, die in einigen Abteilungen praktiziert wird, den intraspinalen Druck und Stoffwechsel an der Verletzungsstelle verbessert.

Erhoffte Ergebnisse: Es ist wahrscheinlich, dass septisches Fieber schädlich für Querschnittsgelähmte Patienten ist und insbesonders den Stoffwechsel des Rückenmarks verschlechtert, die Sauerstoffanreicherung des Gewebes stört und die Gewebsentzündung an der Verletzungsstelle vergrößert. Die Forscher wollen herausfinden, ob nicht- septisches Fieber ebenfalls schädlich bei einer Rückenmarksverletzung ist. Sie gehen davon aus, dass Procalcitonin im Serum ein verlässlicherer Marker sein wird, als die bisher gängigen Testverfahren, um zwischen septischem und nicht septischem Fieber zu unterscheiden.

Es ist unbekannt, ob ein Monitoring des lumbalen Nervenwasserraumes präzise ist und ob die Drainage von Nervenwasser den intraspinalen Druck an der Verletzungsstelle reduziert.

Mögliche Anwendung: Dieses Projekt soll zu Verbesserungen im klinischen Management auf der Intensivstation von Patienten mit akuten schweren Rückenmarksverletzungen beitragen.