Wussten Sie, dass…


Zur Übersicht

Kälte für Querschnittsverletzte zur Gefahr werden kann? Wolfgang Illek ist seit einem Radunfall vom Hals abwärts gelähmt und erklärt die Hintergründe. 


Ich liege zitternd in meinem Bett. Meine Zähne klappern, und meine Frau sagt, meine Fü.e fühlen sich wie Eis an. Ich spüre meinen Körper vom Hals abwärts zwar nicht, weiß aber, dass ich mit diesen Anzeichen in einer ziemlich ernsten Situation bin.

Was ist passiert?
Querschnittsverletzte leiden häufig an einer gestörten Temperaturregulation. Wir überhitzen leicht, und schon bei geringen Temperaturrückgängen frieren wir. Das große Problem dabei: Wir können keine kältebedingte Gänsehaut mehr bekommen, die normalerweise durch zusätzliche Luftpolster für Isolation sorgt. Weil wir die Kälte nicht spüren, unterkühlen wir schnell und unbemerkt. Das führt zu Krankheiten, Blasen oder Lungenentzündungen und im schlimmsten Fall sogar zur Erfrierung.
Für mich bedeutet das – wie immer – viel Planung. Ich trage im Winter mehrere Schichten warme Kleidung. Diese darf nie eng anliegen, sonst könnte mein Blutkreislauf gestört werden. Ich habe vorsorglich eine dicke Daunenhose und eine Jacke dabei, trinke ausreichend warmen Tee und bin – selbst am schönsten Wintertag – nie länger als zwei Stunden draußen.
Wenn ich zu zittern beginne, ist es meist schon zu spät, und ich muss sofort ins Warme. Natürlich würde ich dann am liebsten ein heißes Bad nehmen. Weil ich dabei aber auf sehr viel Hilfe angewiesen bin, verzichte ich meist darauf. Am meisten helfen mir warme Getränke, ein Wärmestrahler und der Platz in meinem Bett unter dicken Decken. Trotz dieser Maßnahmen dauert es oft Stunden, bis ich mich wieder aufwärme. Noch länger bleibt die Angst vor möglichen Folgen.