© Stefan Voitl

Wussten Sie …


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was eine Funktionshand ist? Unser Kollege Wolfgang Illek ist seit einem Radunfall vom Hals abwärts gelähmt und erklärt sie uns. 


Die Worte hallen noch dumpf in meinen Ohren. „Herr Illek, wir werden Ihre Finger abkleben, um Ihre Sehnen zu verkürzen.“ Ich lag querschnittsgelähmt auf der Intensivstation, benommen von Medikamenten und voller Angst davor, was das bedeutet. Ich sagte den Therapeuten, sie sollen damit aufhören.
Später, in der Reha, wurde mir die Technik für die sogenannte Funktionshand noch einmal in Ruhe erklärt. Als Tetraplegiker bin ich vom 5. Halswirbel abwärts gelähmt und kann meine Hände und Finger nicht mehr bewegen. Im Laufe der Zeit würde es in meinem Handgelenk und in den Fingern zu einer Fehlstellung und zu Verkrümmungen kommen.
Die Idee zur Funktionshand kommt aus der Ergotherapie. Sehnen und Bänder werden bewusst verkürzt. Das geschieht durch besondere Lagerungstechniken, Muskeltraining oder mithilfe von Bändern, Klebestreifen und Schienen. Nach drei Monaten war meine Funktionshand voll ausgebildet. Indem ich das Handgelenk nach oben kippe, ziehen sich meine Finger zusammen. Man nennt das den Tenodese-E.ekt, durch den eine lockere Faust entsteht. Durch die umgekehrte Bewegung öffnen sich meine Finger wieder. Dadurch kann ich gewisse Dinge besser greifen und halten.
Ich kann zum Beispiel alleine Zähne putzen, ein Glas Wasser oder Besteck halten. Ich kann nach meinem Handy greifen und ohne Hilfe einen Apfel essen. All diese Kleinigkeiten wären ohne Funktionshand nicht möglich und würden meinen Alltag noch mehr erschweren.
Sollten übrigens irgendwann Funktionen in den Fingern zurückkommen, können die verkürzten Sehnen langsam wieder in den Ursprungszustand aufgedehnt werden.