Wege zur funktionellen Erholung


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Perizyten sind zusammen mit anderen Zellen an der Narbenbildung nach einer Rückenmarksverletzung beteiligt. Die gebildete „fibrotische“ Narbe stellt ein Hindernis für die Regeneration dar. Wird die Teilung von gewissen Perizyten gehemmt, kann - laut Dr. Christian Göritz vom Karolinska Institut in Schweden - eine funktionelle Regeneration erreicht werden.

Der nächste Schritt 
Dr. Marisa Karow von der Ludwig-Maximilians Universität München hat sich mit Göritz zusammengeschlossen um dieses Thema in einem gemeinsamen Projekt weiter voranzubringen.
Mit Hilfe einer speziellen Technik (Reprogrammierung), konnte Karow die humanen Perizyten so verändern, dass sie zu Neuronen wurden. So scheinen sie das Potential zu haben, sich in verletztes Gewebe zu integrieren und die Erholung voranzutreiben.

Die neu entdeckte biologische Prozess dahinter: Die behandelten Zellen folgen während der Reprogrammierung einem stufenweisen Prozess. Dieser ahmt Schritte der embryonalen Entwicklung nach. Karow konnte außerdem zeigen, dass die Zellen sich sowohl zu erregenden als auch zu hemmenden Neuronen entwickeln und so möglicherweise beide Nervenzellarten ersetzen könnten.

Ein Blick in die Zukunft
Eine Kombination beider Ansätze könnte die Regenerationshemmung, die von der Narbe ausgeht, verringern. In Zukunft könnte die Bildung neuer Neurone mit diesem Ansatz für Rückenmarksverletzte zu einer funktioneller Erholung führen.

Diese Studie wurde im renommierten Journal "Nature Neuroscience" veröffentlicht und von Wings for Life unterstützt.

 

Quelle: “Direct pericyte-to-neuron reprogramming via unfolding of a neural stem cell-like program”. Karow M, Camp JG, Falk S, Gerber T, Pataskar A, Gac-Santel M, Kageyama J, Brazovskaja A, Garding A, Fan W, Riedemann T, Casamassa A, Smiyakin A, Schichor C, Götz M, Tiwari VK, Treutlein B, Berninger B. Nature Neuroscience, July 2018.