Von einer besonderen Wanderlust...


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Ihre Shirts sind schweißnass, ihre Waden brennen und beide atmen schwer ein und aus. In der sengenden Hitze Italiens setzen Verena und Nadine zäh einen Schritt vor den nächsten. Es geht immer weiter bergauf, wird immer steiler. Dann, endlich, haben sie es geschafft und erreichen den Gipfel des Monte Zoccolare. Die Freundinnen umarmen sich erleichtert. Gleich werden sie ihren Unterstützern ein Selfie schicken, um sie über ihre außergewöhnliche Spendenaktion am laufenden zu halten. Ein paar Tage später, zurück in der Ziviliation, beantworten sie uns ein paar Fragen.

Verena und Nadine, vor ein paar Wochen habt ihr auf unserer Webseite die Spendenaktion „Hike for those who can´t“ online gestellt. Was steckt dahinter?
Unser Ziel war es, 150 Kilometer zu wandern und Geld für die Rückenmarksforschung zu sammeln. Wir sehen unseren Körper und dessen Leistung oftmals als Selbstverständlichkeit, während es anderen nicht möglich ist wandern zu gehen. Es ist schön, ein Vorhaben wie dieses mit einem wohltätigen Zweck zu verbinden und ein Bewusstsein zu schaffen. Wings for Life war bei unserer Wanderung also ein ständiger Begleiter.

Das freut uns sehr. Warum ausgerechnet wandern?
Es ist das gesamte Paket: das Schwitzen und die Anstrengung mit viel „Flucherei“ nach oben auf den Gipfel, gefolgt von der Begeisterung es geschafft zu haben und dem belohnenden Ausblick. Gleichzeitig wandert die Natur bei tiefen Gesprächen ganz langsam an einem vorbei, was den Kopf vom täglichen Bürowahnsinn abschalten lässt. Für uns gibt es fast nichts besseres.

Wo seid ihr für die Rückenmarksforschung gewandert?
Wir waren Anfang Juli insgesamt zehn Tage lang in Sizilien und sind bis auf ein Strandwochenende jeden Tag verschiedene Touren gewandert. Darunter viele Routen am und um den Ätna. Wir haben den Monte Zoccolare und den Pizzo Carbonara bestiegen. Und wir haben eine superschöne und sehr heiße Tour durch das Alkantara Tal gemacht.

Das klingt anstrengend...
War es auch. Wir haben immer für die jeweils nächsten zwei Tage Wanderrouten festgelegt. Frühmorgens ging es los. Die Versorgung mit Obst, Wasser und Sandwiches haben wir jeweils davor organisiert. Unterkünfte haben wir nur für die ersten drei Tage gebucht und dann je nach Wanderroute gesucht. 

Was waren die Highlights eurer Wanderung?
Den Monte Zoccolare mussten wir zweimal bezwingen! Trotz GPS konnten wir beim ersten mal den Wanderweg nicht eruieren und wollten den Berg „querfeld ein“ besteigen. Eine schlechte Idee... Mit zerkratzen Beinen auf rutschigem und steilem Sanduntergrund haben wir schlussendlich aufgegeben. Auch weil wir bemerkten, dass wir Handy und Sonnenbrille verloren haben. Eine Stunde haben wir den Berg umgegraben, um danach zu suchen. Glück im Unglück: wir haben alles gefunden, wollten dann die Wanderung aber gegen ein Strandbier tauschen. Zwei Tage später haben wir es noch einmal versucht und hatten mehr Erfolg. Der beste Moment war dann eindeutig das Gipfelfoto danach.

Wie habt ihr es geschafft, Menschen zu motivieren für eure Wanderung zu spenden?
Oftmals geben wir im gesellschaftlichen Umfeld viel Geld für Dinge aus, die man nicht unbedingt benötigt. Eine kleine Spende bedeutet für die Forschung und das Schicksal von Betroffenen aber die Welt. Dieses Bewusstsein muss man schaffen und zum Glück haben wir ganz viele Unterstützer - Familie, Freunde und Kollegen - gefunden. Weiters engagiert sich Nadines Unternehmen Salesforce sehr: Mitarbeiter werden angehalten, sich gemeinnützig zu betätigen und jeder erhält dafür sieben freie Tage im Jahr. Zusätzlich werden individuelle Spenden vom Unternehmen verdoppelt und die Produkte vergünstigt an Charities vergeben. Dies schafft eine eigene Firmenkultur und brachte auch uns viele tolle Unterstützer.

Jetzt danach, wie fühlt es sich an eine Challenge gemeinsam so erfolgreich gemeistert zu haben?
Einfach super! Eine Wanderreise ist immer wieder ein tolles Erlebnis. So etwas mit einem guten Zweck zu verbinden schafft ein ganz neues Bewusstsein.

Danke, dass ihr mit eurer Aktion Spenden für uns gesammelt habt. 100% davon gehen direkt in ein Forschungsprojekt zur Heilung von Querschnittslähmung.  

 

Verena Scheucher und Nadine Jax studieren nach der Matura in St. Pölten. Die eine Medienmanagement, die andere Medientechnik. Nach ihrem Abschluss zieht Verena nach Wien und Nadine nach Dublin. Mit ihrer Spendenaktion „Hike for those who can´t“ gingen die Freundinnen ihrer großen Leidenschaft nach und wanderten für die gute Sache. Haben Sie auch eine Fundraisingidee? Erzählen Sie uns mehr darüber.