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Talente im Fokus


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Aya Takeoka, PhD, ist Neurowissenschaftlerin am Flämischen Institut für Biotechnologie und am Neuro-Electronics Research Institut Flandern (NERF), Belgien. Wir durften ihr einige Fragen stellen:

Was fasziniert Sie an Neurowissenschaften?
Beinahe alles, was wir in unserem Leben tun, basiert auf erlernten motorischen Fähigkeiten. Das geschieht ganz naturlich während der Entwicklung, aber auch im Erwachsenenalter. Nehmen wir Fahrradfahren. Um das zu lernen und als Bewegungsmuster im Gedächtnis zu behalten, braucht es aus den Milliarden vorhandenen Nervenzellen ein paar bestimmte. Diese müssen sich verknüpfen und gemeinsam im richtigen Rhythmus feuern, während sich andere still verhalten mussen. Die Wiedergewinnung von motorischen Funktionen nach einer Verletzung ist auch ein Lernprozess. Wie die passenden Nervenverbindungen wiederhergestellt und die richtigen Zusammenschlüsse wieder aktiviert werden, sind die grundlegenden neurowissenschaftlichen Fragen, die wir untersuchen.

Woran arbeiten Sie gerade?
Nach einer schweren Querschnittsverletzung ist die Kommunikation zwischen dem Gehirn und dem
Rückenmark unterhalb der Läsion unterbrochen. Sensorische Informationen von Muskeln und Sehnen
sind der einzige Input für das Rückenmark, der erhalten bleibt. Wir untersuchen, welcher Typ von Nervenzellen direkt oder indirekt von diesen sensorischen Informationen aktiviert wird und wie sie zur Wiedergewinnung von motorischer Funktion beitragen.

Was denken Sie, in welche Richtung wird sich die Forschung entwickeln?
Es gibt viele Projekte mit großen Datenanalysen. Mit all diesen Daten – auch Big Data genannt – müssen wir routinierter umgehen lernen. Je detaillierter wissenschaftliche Erkenntnisse nämlich sind, desto größer ist die Chance, personalisierte therapeutische Maßnahmen zu treffen.

Worauf sind Sie stolz?
Ich bin sehr stolz auf mein eigenes Labor. Ich hatte Glück, so viele tolle Menschen auf diesem Weg zu
treffen. Das weiß ich sehr zu schätzen.

Was hilft Ihnen, um nach einem langen Arbeitstag runterzukommen?

Wein (lacht). Und ich kann mich beim Salsatanzen oder bei Gesprächen mit meiner Familie und Freunden entspannen. Und ich liebe es, durch den Wald zu laufen, alle Sorgen dieser Welt zu vergessen und einfach nur zu atmen.

Leben Sie nach einer gewissen Philosophie?

Alles, was man ins Leben investiert, kommt wieder zurück. Das versuche ich meinen Studenten und Doktoranden in meiner Rolle als Mentorin zu vermitteln. Es ist mein Job, ihnen zu zeigen, was einen guten Forscher ausmacht, wie man wissenschaftlich schreibt und kommuniziert. Aber im Leben kommt es auf mehr an als darauf.

Dr. Takeoka untersucht, inwieweit sensorisches Feedback eine Rolle für das Wiedererlernen des Gehens spielt. Das Projekt wird von Wings for Life gefördert. Mehr Informationen gibt es hier.