Scientific Meeting 2021 – Interview mit Jan Schwab


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Der Frühling steht jedes Jahr im Zeichen unseres Scientific Meetings. Das Who’s Who der Rückenmarksforschung trifft hier aufeinander und tauscht sich aus – dieses Jahr mithilfe einer virtuellen Plattform. Wir haben unserem Wissenschaftlichen Direktor, Prof. Dr. Dr. Jan Schwab, einige Fragen zum heurigen Meeting gestellt.

Jan, drei Tage Scientific Meeting sind vorbei – Wie war’s?
Ich denke es war ein tolles, würdiges Wings for Life Symposium. Es wurde eine virtuelle Plattform geschaffen um den Anforderungen eines internationalen, wissenschaftlichen Symposiums gerecht, zu werden. Forscher aus der ganzen Welt waren zugeschaltet. Die Rückmeldungen waren durchweg positiv, einige gar enthusiastisch. Der Aufwand hat sich gelohnt – Viele neue Erkenntnisse.
 
Wie lange habt ihr euch eigentlich nicht mehr gesehen bzw. gehört? Gab es Corona Frisuren? ;-)
Das letzte Wings for Life Symposium hat 2019 stattgefunden. Diesmal wurden also gleich zwei Meetings in einem zusammengefasst, 2020 und 2021. Diejenigen, mit denen ich im Chat sprechen konnte, habe ich aber alle sogleich wiedererkannt. Also keine größeren optischen Überraschungen ;-)
 
Was genau ist in den drei Tagen passiert?
Das Scientific Meeting erfüllt die Aufgabe eines so genannten „Investigator Meetings“. Im Rahmen dessen berichten von Wings for Life geförderte Wissenschaftler über den aktuellen Fortschritt ihrer Projekte. Darunter befinden sich komplett neue, überraschende und unveröffentlichte Ergebnisse, was einen großen Reiz des Meetings ausmacht. Die Bereiche reichen von Grundlagenwissenschaft, über präklinische Forschung bis hin zur frühen klinischen Testung.  

Der virtuelle Ort für den Austausch der Forscher
Der virtuelle Ort für den Austausch der Forscher 

Bist du happy mit dem neuen Format? Was hat funktioniert/was nicht?
Sehr happy. Die Teilnehmerquote war hervorragend. Auch sind die Teilnehmer geblieben – und haben nicht weggeklickt. Es war eine gute Mischung aus vorab aufgezeichneten Videos und Vorträgen, die live gestreamt wurden. So hat das Meeting eine Art Sog entwickelt.
 
Welche Vorträge und Projekte sind für dich besonders hervorgestochen?
Es ist ermutigend zu sehen, dass sich eine Reihe geförderter Projekte nun auf dem Weg der klinischen Testung befinden. Das reicht von innovativen chirurgischen Maßnahmen während der Akutphase – also kurz nach einer Querschnittsverletzung – bis hin zur frühen Testung von so genannten Plastizitäts-Agonisten. Also biologische Moleküle, die das Aussprossen von Nervenfasern verbessern sollen.

In welchem Bereich passiert momentan am meisten?
Die Neuromodulation und die Entwicklung von neuen biologischen Molekülen sind sicher herauszuheben. Erstere ermöglicht mithilfe von elektrischer Stimulation, schlafende Nervenfaserverbindungen zu aktivieren. Im zweiten Bereich wird mit blockierenden Molekülen versucht, das Auswachsen von Nervenfasern an der Verletzungsnarbe wieder zu ermöglichen. Insgesamt gibt es hier nun bereits drei konkrete Ansätze. 
 
Warum ist das Scientific Meeting so wichtig für die Teilnehmer?
Es ermöglicht sehr direkten Austausch, Kritik, Networking und Kooperation. Alles Dinge, um ein wissenschaftliches Projekt zu verbessern. Das ist für alle interessant und wichtig. Auch für Wings for Life, da die Investition in die aufwändig ausgewählten Projekte weiter aufgewertet und damit effektiver wird. Besonders für Patienten, die auf eine Therapie hoffen.
 
Mit welchen 3 Worten würdest du das diesjährige Scientific Meeting beschreiben?
Inspirierend, konzentriert, ermutigend.
 
Das Scientific Meeting 2021 in Zahlen und Fakten
Das Scientific Meeting 2021 in Zahlen und Fakten 

Ihre Spende forscht. Danke für Ihre Unterstützung. Alle von Wings for Life geförderten Projekte sind hier nachzulesen.