© Christopher Kelemen

Nico Langmann ist Wings for Life Botschafter


Zur Übersicht

Er ist mehrfacher Staatsmeister und einer der besten Rollstuhl-Tennisspieler der Welt. Als Botschafter macht er sich ab sofort für Wings for Life und die Rückenmarksforschung stark. Nico Langmann im Gespräch:

Nico, was ist die Geschichte zu deiner Querschnittsverletzung?
Ich bin eigentlich im Rollstuhl aufgewachsen und bin seit einem Autounfall im Alter von zwei Jahren querschnittsgelähmt, ab dem achten Brustwirbel. Seitdem rolle ich in meinem Leben herum (schmunzelt) – Und bin deshalb Rollstuhl-Tennisspieler.

Nico war noch ein Kleinkind, als sein Rückenmark bei einem Autounfall verletzt wurde.  (Privat)
Nico war noch ein Kleinkind, als sein Rückenmark bei einem Autounfall verletzt wurde.   © Privat

Was bedeutet es für dich, Wings for Life Botschafter zu sein?
Ich habe Wings for Life schon sehr lange verfolgt und meine Eltern haben sich auch damals mit Heinz Kinigadner zusammengesetzt um über Therapiemöglichkeiten für ihre Kinder zu sprechen. Ich bin also schon sehr lange Teil dieser Bewegung. Und jetzt ein Aushängeschild dieser Stiftung zu sein, das ist für mich eines der coolsten Dinge was passieren kann. Es ist einerseits eine Riesenehre und andererseits finde ich, passt es einfach. Wir wissen, wo wir gemeinsam hinwollen, wo die Entwicklung hingehen soll und wir können gemeinsam super an einem Strang ziehen.

Du warst auch heuer wieder Fixstarter beim Wings for Life World Run. Wie oft warst du schon dabei?
Beim World Run war ich sogar von Anfang an mit dabei. Seit 2014 lege ich meinen Turnierplan so aus, dass ich an dem Sonntag des Laufs in Wien bin und mit dabei sein kann. Das war für mich immer selbstverständlich. Da wurde von Stunde Null weg so eine unglaubliche Veranstaltung aufgezogen mit einer unglaublichen Energie und Stimmung. Beim Wings for Life World Run dabei zu sein ist jedes Jahr aufs Neue einfach ein absoluter Gänsehaut-Moment und ein Highlight für mich.

Der Österreicher ist langjähriger Unterstützer des Wings for Life World Run und war seit Anfang an mit dabei. (Philipp Greindl for Wings for Life World Run)
Der Österreicher ist langjähriger Unterstützer des Wings for Life World Run und war seit Anfang an mit dabei.  © Philipp Greindl for Wings for Life World Run

Was inspiriert dich im Leben?
Inspiration kann man glaube ich aus ganz, ganz vielen Sachen holen. Und es gibt natürlich die großen und unglaublichen Menschen, von denen man Inspiration holt. Aber da gibt es auch so viele Alltagssituationen. Ich versuche, mir jeden Tag Inspiration zu holen, im Sinne von jeden Tag etwas zu lernen von anderen Menschen. Und ich glaube, das ist ein wichtiger Aspekt, sowohl im Sport als auch für das Leben.  

Gibt es etwas, auf das du richtig stolz bist?
Die Sachen, auf die ich stolz sein will, die werde ich hoffentlich erst erreichen. Ich bin stolz auf mich, wie weit ich gekommen bin, auf jeden Fall. Aber die großen Highlights kommen noch. Deswegen glaube ich, ist die Vorfreude auf die Zukunft größer als die Genugtuung auf die Vergangenheit.

Was wünschst du dir für die Zukunft?
Ich bin von Natur aus ein sehr positiv gestimmter Mensch und habe in meinen 23 Jahren, die ich im Rollstuhl bin, schon so viel miterlebt. Da gab es so viele positive Entwicklungen in der Gesellschaft und in der Forschung. Mein Wunsch für die Zukunft ist, dass diese Entwicklungen genau so weitergehen. Und ich bin überzeugt davon, dass ich noch erleben werde, wie die Wissenschaft alle Rätsel löst und vor allem auch das Gehen wieder möglich macht für Menschen mit Querschnittslähmung.

 (Christopher Kelemen)
© Christopher Kelemen