Neurone regenerieren


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Eine Querschnittsverletzung führt zu einem irreversiblen Schaden. Viele Neurone sterben entweder ab oder schaffen es nicht, wiederauszuwachsen und verloren gegangene Verbindungen wiederherzustellen. Wissenschaftler haben beobachtet, dass bestimmte Neurone leichter als andere absterben. Warum das so ist, ist bisher unbekannt.

Verstehen als erster Schritt zur Problemlösung
Wissenschaftler von der Harvard University, der Harvard Medical School und dem Massachusetts Institute of Technology (MIT) haben sich für eine Reihe an Experimenten zusammengefunden. Sie haben Neurone verglichen, die trotz ihrer Ähnlichkeit zu unterschiedlichen Zeitpunkten absterben.
Die ausführliche Analyse zeigte, dass in Neuronen - abhängig von ihrer Widerstandfähigkeit - unterschiedliche Gene aktiv werden.
Über die reine Beobachtung hinaus gelang es den Wissenschaftlern, diese Gene im Experiment an- oder abzuschalten und damit die Lebensspanne der Neurone entweder zu verlängern oder zu verkürzen. Die Überraschung: Einige Neurone begannen nach der Beeinflussung der Genexpression sehr gut zu regenerieren.

Ein Schritt nach vorne
Herausragend bei dieser Studie: es gibt nun die Idee eines neuen Werkzeuges, um spezielle Neurone zu beeinflussen. Nun können neuroprotektive Strategien entwickelt werden, um eine spezifische Zellpopulationen zu schützen. Das könnte dazu führen, dass Neurone eine Rückenmarksverletzung eher überleben und sogar wieder zum Auswachsen gebracht werden. 

Diese Studie wurde von Wings for Life unterstützt und in dem renommierten Journal Neuron publiziert.

 

Quelle: “Single-Cell Profiles of Retinal Ganglion Cells Differing in Resilience to Injury Reveal Neuroprotective Genes” by Tran NM, Shekhar K, Whitney IE, Jacobi A, Benhar I, Hong G, Yan W, Adiconis X, Arnold ME, Lee JM, Levin JZ, Lin D, Wang C, Lieber CM, Regev A, He Z, Sanes JR. Published in November 2019 in the journal Neuron.