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Nervenwachstum durch magnetische Zugkraft


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Wissenschaftler sind dabei, die Bedeutung von mechanischer Zugkraft auf beschädigte Nervenzellen zu erkennen. Diese könnte zu einer Wiederherstellung von Zellverbindungen und somit von Funktionen führen.

Wachstum durch Zugkraft
Die Idee klingt einfach: Kleine magnetische Teilchen werden an die Oberfläche von Zellen geheftet. Eine magnetische Kraft von außen zieht dann die Nervenzellen in die Länge. Dieses Prinzip ist nun schon seit einigen Jahren bekannt. Es blieb aber bisher noch unklar, welches magnetische Teilchen sich für diese Anwendung wohl am besten eignet.

Die beste magnetische Zugkraft
Vittoria Raffa und ihre Arbeitsgruppe aus Pisa, Italien, haben einige magnetische Teilchen auf ihre Eignung hin getestet. Die meisten davon waren Nanopartikel, sehr kleine magnetische Kügelchen, die auf der Oberfläche von Nervenzellen haften bleiben. Nach zahlreichen Experimenten fanden die Forscher heraus, dass sogenannte bakterielle Magnetosomen den stärksten Effekt aufweisen. Dies sind kleinste Strukturen, die sich innerhalb eines Bakteriums befinden und magnetisch sind. Die Bakterien existieren auf der ganzen Welt. Sie nutzen ihre magnetische Eigenschaft als inneren Kompass.

Dr. Raffa schließt daraus, dass diese Magnetosomen ein außergewöhnliches Potential für die Forschung bieten, um Längenwachstum durch Zugkraft zu erzeugen. Sie könnten perfekt dafür sein, eines Tages in lebenden Organismen zur Anwendung zu kommen.

Diese Studie wurde in der Zeitschrift International Journal of Molecular Sciences veröffentlicht und von Wings for Life unterstützt.

Quelle: De Vincentiis S, Falconieri A, Mickoleit F, Cappello V, Schüler D, Raffa V. Induction of Axonal Outgrowth in Mouse Hippocampal Neurons via Bacterial Magnetosomes. Int J Mol Sci. 2021 Apr 16;22(8):4126.

In unseren Basisinformationen finden Sie medizinisches Hintergrundwissen zur Querschnittslähmung. Das Wings for Life Glossar bringt Ihnen die Fachbegriffe näher.