Körpereigene Stammzellen


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Im Zentrum unseres Rückenmarks verläuft ein Hohlraum, der mit Nervenwasser gefüllt ist – der  sogenannte Zentralkanal. Über ihn werden Rückenmarkszellen mit Nährstoffen versorgt. Seine Oberfläche ist mit speziellen Zellen - Ependymalzellen - ausgekleidet, die ein starkes Potenzial zur Gewebeheilung in sich tragen. Nach einer Rückenmarksverletzung verhalten sich diese Zellen wie Stammzellen und spielen eine wichtige Rolle bei der Begrenzung der Schädigung.

Kommunikation als Schlüssel
Connexine sind spezielle Strukturen, die benachbarte Zellen, wie beispielsweise Ependymalzellen, miteinander verbinden und ihnen dadurch eine direkte Kommunikation ermöglichen. Wissenschaftler vom Instituto de Investigaciones Biologicas Clemente Estable in Uruguay haben jetzt herausgefunden, dass Connexine im Reparaturmechanismus der Ependymalzellen wesentlich sind.
Die Forscher um Prof. Raúl Russo entdeckten nach einer Querschnittsverletzung eine Besonderheit: Connexine verändern ihr Profil und damit die Regulation von Kommunikation auf Zellebene. Eine künstlich hervorgerufene Blockade der Profiländerung führte zu einer verringerten Teilung von Stammzellen. Somit konnte erstmals gezeigt werden, welche Vorgänge am Anfang dieses Reparaturvorganges nach einer Rückenmarksschädigung stehen.

Eine ideale Ressource
Connexine in Ependymalzellen sind also vielversprechende Ansatzpunkte, bei der Genesung einer Rückenmarksverletzung. Die besonderen Strukturen befinden sich bereits an Ort und Stelle der Verletzung, müssen also nicht über eine Injektion eingebracht werden und bringen als körpereigenes Material keine Nebenwirkungen mit sich. Autorin Dr. Gabriela Fabbiani  zieht den Schluss, dass diese Arbeit “sehr wertvolle Ausgangspunkte liefert, um diese Stammzellnische zur Eigenreparatur besser nutzen zu können." 


Diese Studie wurde veröffentlicht im “Journal of Neuroscience” und unterstützt von Wings for Life.

 

Quelle: “Connexin Signaling Is Involved in the Reactivation of a Latent Stem Cell Niche after Spinal Cord Injury” by Fabbiani G, Reali C, Valentín-Kahan A, Rehermann MI, Fagetti J, Falco MV, Russo RE. Published in the Journal of Neuroscience.