BLOG: Mit Big Data zum Erfolg


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Forscher weltweit arbeiten an einer Heilung von Querschnittslähmung. Bei ihren Untersuchungen sammeln sie enorme Mengen an Daten, in die meist niemand sonst Einsicht hat. „Big Data Analysen“ sparen langfristig Zeit und Geld und sollen nun vermehrt dabei helfen, die Forschung voranzutreiben.

Wichtige Daten im Nirgendwo
In der Schule lernt man, Äpfel nicht mit Birnen zu vergleichen. Was logisch klingt, ist in der Wissenschaft– wie so oft - etwas komplizierter. Die Anzahl der experimentellen Modelle (Tiermodelle, Gewebekulturen, Zelltypen usw.) ist groß und stellt Forscher vor das Problem, völlig unterschiedliche Daten miteinander vergleichen zu müssen. Wäre das nicht Hürde genug, gestaltet sich auch der Informationsaustausch als schwierig. Bis vor Kurzem war der Datenaustausch zwischen Wissenschaftlern nämlich sehr beschränkt. Die wichtigsten Ergebnisse ihrer Untersuchungen wurden vorrangig in Fachzeitschriften veröffentlicht. Das sicherte zwar eine bestimmte Qualität, schaffte aber auch ein großes Problem: Negative Ergebnisse, so genannte „dunkle Daten“ schafften es nicht an die Öffentlichkeit und verschwanden stattdessen auf den Festplatten der Institute. Dabei könnten negative Befunde, Labornotizen, Anmerkungen, verworfene Ergebnisse und vieles mehr für andere Wissenschaftler von enormen Wert sein. Vielleicht verbergen sich in diesen unbekannten Wissensschätzen längst Antworten auf viele komplexe Fragen.

Revolution durch Big Data 
All diese Informationen zu verarbeiten scheint zeitaufwändig, wird langfristig aber vieles vereinfachen. Bereits jetzt und dank der Neuroinformatik werden Infos aus verschiedenen Institutionen und Disziplinen zusammengeführt. Beispiele für solche Datenaustausch-Plattformen sind der Allen Brain Atlas, die US BRAIN-Initiative, das European Human Brain Project, die Big-Data-To-Knowledge-Initiative (BD2K), oder die jetzt speziell für die Rückenmarksforschung entstehende Open Data Commons bei Rückenmarksverletzung(ODC-SCI).
Eine standardisierte Erfassung sammelt dabei riesige Datenmengen und sorgt für eine Einheitlichkeit, die einen besseren Vergleich ermöglicht. Das hilft, Daten zu kombinieren und neu zu analysieren. So gab es bereits konkrete und anwendbare Ergebnisse; neues Wissen entstand

Mit der fortschreitenden Technologie werden die Werkzeuge zukünftig noch leistungsfähiger und können so die Arbeit der Forscher beschleunigen und vereinfachen. So müssen Forscher kein Stück des Weges zweimal gehen und sparen Zeit und Geld. Nun heißt es für sie das Potential zu erkennen und vollends ausschöpfen. 
Dieser Blog ist von einer kürzlich erschienenen Veröffentlichung von Dr. Adam Ferguson inspiriert. Eine Arbeit, die von Wings for Life unterstützt wurde.

Ihr Vieri Failli

Vieri Failli ist Doktor in Neurowissenschaften mit einer Leidenschaft dafür, komplexe wissenschaftliche Sachverhalte für die Öffentlichkeit verständlich darzustellen.
Vieri Failli ist Doktor in Neurowissenschaften mit einer Leidenschaft dafür, komplexe wissenschaftliche Sachverhalte für die Öffentlichkeit verständlich darzustellen.