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Bessere Erholung durch Gentherapie


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Spezielle Nervenschaltkreise bleiben im Rückenmark meist unterhalb einer Verletzung erhalten. Um funktionstüchtig zu bleiben sind sie nicht auf die Steuerung des Gehirns angewiesen. Die Nervenverbindungen stellen eine Informationsweitergabe im Rückenmark sicher. Des Weiteren sind sie ein attraktives Ziel, um verlorene Funktionen des Gehens wiederherzustellen.

Virus als Transportmittel
Benedikt Brommer arbeitet als Wissenschaftler im Team von Zhigang He am Boston Children’s Hospital, USA. In seinem Laborversuch hat er den speziellen Virus AAV9 als Transportmittel benutzt, um die Nervenschaltkreise unterhalb der Verletzung chemogenetisch stimulieren zu können. So konnte die Gangfunktion angeregt werden. Das Forscherteam hat sich bei einer akuten Verletzung die kurze Zeitspanne einer gestörten und damit durchlässigen Blut-Hirn-Schranke zu Nutze gemacht. Dadurch gelang es ihnen, die Substanzen nur durch die Gabe in eine Vene in das verletzte Rückenmark einzubringen. Diese entfalteten an Ort und Stelle ihre Wirkung und stellten schlussendlich eine Schrittfolge wieder her.

Ein innovativer Ansatz
Dieser Ansatz ist sehr interessant, weil er auf sehr wirksame Weise erlaubt, Netzwerke zu stimulieren. Auch wenn diese Technik noch von einer klinischen Anwendung entfernt ist, steckt darin Hoffnung, in der Zukunft Funktionen nach einer Querschnittsverletzung wiederherstellen zu können.

Diese Studie wurde in der Zeitschrift Nature Communications veröffentlicht und von Wings for Life unterstützt.

Quelle: B Brommer, M He, Z Zhang, Z Yang, JC Page, J Su, Y Zhang , J Zhu, E Gouy, J Tang, P Williams, W Dai, Q Wang, R Solinsky, B Chen, Z He. Improving hindlimb locomotor function by Non-invasive AAV-mediated manipulations of propriospinal neurons in mice with complete spinal cord injury. Nat Commun 2021;12(1):781.

In unseren Basisinformationen finden Sie medizinisches Hintergrundwissen zur Querschnittslähmung. Das Wings for Life Glossar bringt Ihnen die Fachbegriffe näher.