© Ara Hacobian
Heinz Redl, Ludwig Boltzmann Institute for Experimental and Clinical Traumatology, Wien, Österreich

Wirkung von Stoßwellentherapie bei subakuter und chronischer Rückenmarksverletzung auf die Funktion, Gewebeschaden und molekulare Vorgänge

Gefördert in: 2017, 2018, 2019


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Problem: Die Sekundärschädigung verschlimmert den Gewebeschaden und den Funktionsverlust

Angriffspunkt: Beeinflussung der Entzündungsreaktionen nach Rückenmarksverletzung durch Stoßwellentherapie

Ziel: Reduzierung des Gewebs- und Funktionsverlusts

 


Die subakute Phase nach einer Rückenmarksverletzung ist ein wichtiger Zeitpunkt für ein therapeutisches Eingreifen, da dann entzündliche Prozesse und die Bildung von Narbengewebe ablaufen, die zu einer sekundären Schädigung führen und somit zu einem weiteren Funktionsverlust beitragen. Abgesehen von Rehabilitation, sind die Behandlungsmöglichkeiten für Rückenmarksverletzung bis jetzt sehr gering.

Stoßwellen sind akustische Druckwellen, die eine plötzliche Freisetzung von Energie verursachen. Grundlagenforschung, sowie Fallstudien haben gezeigt, dass extrakorporale Stoßwellentherapie (ESWT) Regenerations- und Entzündungsprozesse in verschiedenen Geweben verbessern kann, auch in neuralem Gewebe und in peripheren Nerven. Die zugrundeliegenden Mechanismen dieser nicht invasiven Behandlung sind bisher nicht geklärt.

Wir gehen davon aus, dass eine Behandlung mit EWST in der subakuten und chronischen Phase nach Rückenmarksverletzung zu einer verminderten Narbengewebs- und Zsytenbildung führt. Die Erforschung der zugrundeliegenden Wirkungsweise ist entscheidend für die Durchführung klinischer Studien.

Diese Studie untersucht diese Frage in einem experimentellen Tiermodell an Ratten. Die Tiere werden in einem subakuten und chronischen Krankheitsstadium mit EWST behandelt und mittels verschiedener Tests wird die Verbesserung der Mobilität geprüft. Mit Hilfe hochsensitiver Methoden werden die Veränderungen auf zellulärer und subzellulärer Ebene untersucht, um die zugrundeliegenden Wirkmechanismen aufzuklären.

Dieser Therapieansatz könnte eine neue und patientenfreundliche Behandlungsmöglichkeit für rückenmarksverletzte Patienten bieten. Basierend auf den Erkenntnissen zur Wirkung von EWST in anderen Bereichen, ist die Erwartung groß, dass dieses Projekt einen großen Beitrag zu Behandlung von Querschnittsverletzten leisten kann.