Karim Fouad, University of Alberta, Edmonton, Canada

Wieder-Öffnen des therapeutischen Fensters für Reha-Training nach einer chronischen Rückenmarksverletzung

Gefördert in: 2015, 2016, 2017, 2018


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Problem: Die Effektivität von Reha-Training im chronischen Stadium ist begrenzt.

Angriffspunkt: Eine im chronischen Stadium künstlich gesetzte Entzündungsreaktion könnte die Um/Neustrukturierung des Nervensystems (Plastizität) erleichtern.

Zielsetzung: Erhöhte Plastizität könnte in Kombination mit Reha-Training zu verbesserter funktioneller Erholung führen.

 

Leider gibt es bis heute keine effektive Behandlung des verletzten Rückenmarks. Abhängig von der Schwere und der verstrichenen Zeit nach der Verletzung kann jedoch Reha-Training eine wirksame Therapie für Funktionsverbesserungen sein. Der positive Effekt des Trainings wird vermutlich über mehrere Mechanismen vermittelt. Dazu zählt die Um/Neustrukturierung von Nervengewebe, das vom Trauma verschont blieb; ein Prozess, der Neuroplastizität genannt wird. Es ist allgemein anerkannt, dass Training sehr viel effektiver für die funktionelle Erholung ist, wenn früh nach der Verletzung damit begonnen wird. Eine Rückenmarksverletzung geht jedoch oft mit Komplikationen wie Knochenbrüchen einher; außerdem müssen die Patienten unmittelbar nach ihrer Verletzung viele essentielle Aufgaben des täglichen Lebens neu lernen. Wenn man dies bedenkt, wird klar, dass ein Reha-Training in der akuten Phase nach der Verletzung oft keine Option darstellt.

In diesem Projekt möchte das Team von Karim Fouad eine mögliche Ursache für die Abnahme der Effizienz des Reha-Trainings untersuchen, indem sie die Greiffunktion im zeitlichen Verlauf nach einer zervikalen Rückenmarksverletzung an Mäusen analysieren werden. Das Projekt soll letzten Endes ein effektives Training jenseits der kritischen Periode ermöglichen. Hierfür schließt sich das Team den Ergebnissen einiger Studien an, die die Bedeutung der Entzündung bei der Reparatur des Rückenmarks mittels Neuroplastizität unterstreichen. Sie vermuten, dass ein Absinken der Entzündungsprozesse in den Wochen nach einer Rückenmarksverletzung die Ursache für die geringere Effizienz des Reha-Trainings in späteren Stadien ist.
Um diese Frage zu klären, wird in dem Projekt künstlich eine erneute Entzündungsreaktion in Gang gesetzt, um somit die Wirksamkeit von Training wieder zu steigern.

Wenn sich die Hypothese von Karim Fouads Team bestätigt, werden diese Experimente den Weg für die Untersuchung von sicheren und klinisch durchführbaren Ansätze bereiten, die den Effekt von Reha-Training auf funktionelle Wiederherstellung nach Verletzungen des Rückenmarks und auch des Gehirns ankurbeln.