Marc Bolliger, Universitätsklinikum Balgrist, Zürich, Schweiz

Verbesserte Bewegungsfunktion bei Patienten mit inkomplettem Querschnitt durch nicht-invasive direkte Elektrostimulation

Gefördert in: 2011, 2012


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Kontinuierliche Elektrostimulation und/oder Verabreichung von Pharmaka kann bei Ratten mit kompletter Querschnittslähmung die Erregbarkeit des Rückenmarks so modulieren, dass diese wieder gehen können. Auch bei Menschen kann eine kontinuierliche, epidurale Stimulation des Rückenmarks (ESCS, Epidural Spinal Cord Stimulation) die Aktivität der spinalen neuronalen Netzwerke modulieren und gangähnliche Bewegungen auslösen. Bei einem Patienten mit inkompletter Querschnittslähmung wurde gezeigt, dass die Kombination von ESCS mit Bewegungstraining die Erholung der Gangfunktion verbesserte.


ESCS ist jedoch eine invasive Methode und für die klinische Anwendung ist es höchst interessant, ob ein nicht invasiver Ansatz die spinalen Netzwerke verändern kann und eine förderliche Wirkung auf die Erholung der Gangfunktion bei Patienten mit inkompletter Querschnittslähmung hat.
Das Ziel dieses Projekts ist, zu untersuchen, ob transkutane Elektrostimulation spinale Netzwerke verändern und sich auf die Bewegung auswirken kann. Um diese Frage zu beantworten, wird der Einfluss der Elektrostimulation auf den polysynaptischen Spinalreflex bei Gesunden und bei Patienten mit Querschnittslähmung untersucht, da man annimmt, dass dieser Reflexbogen bei der Generierung des neuronalen Netzwerkes für die Gangbewegung eine Rolle spielt.
Außerdem wird die Studie den Einfluss der Elektrostimulation auf die Gang-Kinematik und die elektrische Muskelaktivität (EMG) bei Patienten mit inkomplettem Querschnitt während des Gehens und auf dem Laufband analysieren.
Diese Studie soll einen wichtigen Beitrag für die Entwicklung zukünftiger Rehabilitationsmaßnahmen leisten.