Serge Rossignol, Université de Montreal, Quebec, Kanada

Untersuchung verschiedener Trainingsmodalitäten und deren Effekt bei inkompletter Querschnittslähmung

Gefördert in: 2013, 2014, 2015


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Problem: Fehlfunktion durch Veränderung spinaler Regelkreise durch Ausfall der Impulse aus dem Gehirn

Ansatz: Beeinflussung  spinaler Regelkriese durch Training

Ziel:  effektive Ansätze und Trainingsmethoden in der Rehabilitation  


Es ist bekannt , dass die Bewegungsvorgänge beim Gehen, die eine feine und genaue Abstimmung von Beuge- und Streckmuskeln erfordern, durch Impulsen aus übergeordneten Zentren wie dem Gehirn (motorischen Hirnrinde , Kleinhirn) gesteuert werden. Die Bewegungen werden jedoch in ihrer Durchführung entscheidend durch Reflexverschaltungen im Rückenmark  und  sensorische Einflüsse aus der Körperperipherie  moduliert.

Nach einer Rückenmarksverletzung  fallen die Steuerungsfunktionen der übergeordneten Zentren zum Teil oder auch ganz aus. Die Störung des Gleichgewichts von Einflüssen aus dem zentralen Nervensystem und von sensiblen Einflüssen aus der Körperipherie führen zu einem veränderten  Reflexverhalten und zu einer Veränderung in den spinalen Reflex- Regelkreisen, was z.B. Spastik zur Folge hat.  Es ist aber möglich durch Einflüsse aus der Körperperipherie den plastischen Umbau in den spinalen Regelkreisen zu beeinflussen, eine Erkenntnis, die man sich in der Rehabilitation zunutze macht.

Dieses Projekt untersucht, wie  sich verschiedene Trainingsmodalitäten mit verschiedenen Bewegungsmustern in Modellen für Rückenmarksverletzungen auf die spinalen Regelkreise auswirkt. Es werden unterschiedliche  Trainingsmodalitäten (z.B.  Laufbandtraining, assistiertes Lauftraining, Gangtraining über Hindernisse) angewandt und  die Auswirkung  der  entsprechend unterschiedlichen sensorischen Information an das Rückenmark auf die Reorganisation und Veränderung  von spinalen Verschaltungen elektrophysiologisch und histologisch untersucht.

Ziel ist, effiziente neue Ansätze für die Verbesserung der Bewegungsfähigkeit bzw. eine objektive und gesicherte Basis für verschiedenen Trainingsmethoden in der Rehabilitation  zu finden.