Raymond J. Grill, University of Mississippi Medical Center, Jackson, USA

Untersuchung der Kombinationstherapie von Riluzol und Minozyklin in einem präklinischen Rückenmarksmodell

Gefördert in: 2016, 2017, 2018


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Problem: Eine Rückenmarksverletzung löst ein breites Spektrum von pathologischen Mechanismen aus, sodass eine Kombination von Interventionen am ehesten einen therapeutischen Effekt verspricht

Angriffspunkt: Neuroprotektive Wirkung von zwei Medikamenten

Zielsetzung: Zeigen der therapeutische Wirksamkeit der Kombination von Riluzol und Minozyklin

 

Trotz jahrelanger Forschung und einer beträchtliche Zahl von klinischen Studien gibt es immer noch keine funktionserhaltende Therapie nach Rückenmarksverletzung. Eine Rückenmarksverletzung löst ein breites Spektrum von pathologischen Mechanismen aus, die zu zum Verlust von motorischen Funktionen und neuropathischen Schmerzen beitragen. Somit muss man wahrscheinlich nicht nur an einem Mechanismus, sondern an einer Kombination pathologischen Vorgängen anzusetzen, wenn eine Therapie klinisch effektive sein soll.

Riluzol, zugelassenes Medikament für die Behandlung der Amyotrophen Lateralsklerose, wurde kürzlich in einer Phase I Studie für die akute Rückenmarksverletzung von Dr. Grossman, der auch Co-Investigator in dieser Studie ist, getestet. Die Studie ergab keine bedenklichen Nebenwirkungen bei Riluzol und eine verbesserte Motorik bei Patienten mit zervikalen Verletzungen. Riluzol hemmt neuronale Natrium-Kanäle und verringert die schädigende Wirkung auf das neurale Gewebe nach einer Rückenmarks- oder Gehirnverletzung. Minozyklin ist ein Antibiotikum, das sehr große anti-entzündliche Eigenschaften in einem Tiermodell für ZNS-Erkrankungen und Verletzungen zeigte und bewies sein therapeutisches Potential kürzlich in einer Phase II Studie bei akuter Rückenmarksverletzung.

Das Ziel ist, die therapeutische Wirksamkeit einer Kombination von Riluzol und Minozyklin zu untersuchen um an mehreren pathologischen Mechanismen gleichzeitig anzusetzen, was mit einer Einzeltherapie nicht erreicht werden kann. Es wird untersucht ob diese neue Kombination in einem klinisch relevanten Modell für Rückenmarksläsion sowohl motorische Funktionen erhalten als auch neuropathischen Schmerzen vorbeugen kann. In diesem Projekt arbeiten Experten für Pharmakokinetik, Rückenmarksverletzung und klinische Studienplanung zusammen um die schnelle Translation der Ergebnisse in die Klinik zu ermöglichen und somit eine Funktionsverbesserung für rückenmarksverletzte Patienten zu erreichen.