Steve Lacroix , CHUL Research Center, Quebec, Kanada

Untersuchung der Auslöser für die Entzündungsreaktion und den sekundären Gewebeschaden nach Rückenmarksverletzung

Gefördert in: 2013, 2014, 2015


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Problem: Die Entzündungsantwort  ist für die sogenannte „Sekundärschädigung“ mitverantwortlich

Ansatz: Zellen und Substanzen, die in die entzündliche Antwortreaktion involviert sind, insbesondere  Interleukinrezeptor 1

Ziel: Entwicklung einer neuroprotektiven Therapie

 

Bei einem Unfall mit Beteiligung der Wirbelsäule kann das Rückenmarksgewebe durch die  Gewalteinwirkung geschädigt werden,  mit der Folge, dass  Nervenzellen zugrunde gehen, Nervenfasern zerrissen werden und es zu einem Verlust der Funktionen (Lähmung) kommt. Die akute Verletzung führt auch zu einer Zerstörung von Gewebestrukturen wie z.B.  den Blutgefäßen und setzt damit eine Kaskade von Gewebereaktionen in Gang (Entzündungsreaktion).

Die Entzündungsantwort  ist für die sogenannte „Sekundärschädigung“ mitverantwortlich. Die Freisetzung von bestimmten Molekülen (Chemokine) lösen die Einwanderung von aggressiven Immunzellen aus dem Blut aus, was zu einer  weiteren Schädigung  von Zellen und  Myelinscheiden führt.  Diese Sekundärschädigung führt infolge der Vergrößerung des Gewebeschadens auch zu einem  weiteren Funktionsverlust.

Während die primäre Schädigung nicht zu verhindern ist, bietet die Eindämmung des Sekundärschadens  eine Möglichkeit therapeutisch einzugreifen. Deshalb ist es wichtig, die molekularen Vorgänge bei der Sekundärschädigung genau zu charakterisieren. Dr. Lacroix konnte in vorhergehenden Studien zeigen, dass bei der Bildung und Freisetzung von Chemokinen sowie der Anziehung von aggressiven Immunzellen Substanzen wie Interleukine (z.B. Interleukin1) eine wichtige Rolle spielen.  Präklinische  Modelle, in denen die Interleukinrezeptoren (also die Schaltstellen für die Wirkung von Interleukinen)  ausgeschaltet sind, zeigen eine bessere funktionelle Erholung.

Ziel dieses Projekts ist

  • die Zellen und Substanzen, die in die entzündliche Antwortreaktion involviert sind und ihre Quelle zu identifizieren
  • in einem Rückenmarksmodell die Wirksamkeit einer Anti-Interleukin 1 Therapie  zu untersuchen

und damit zur Entwicklung  einer neuroprotektiven Therapie beizutragen