Lawrence Moon, King’s College, London, UK

Ribonukleasen - ein neuer Angriffspunkt nach Rückenmarksverletzung?

Gefördert in: 2014, 2015, 2016


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Problem: Die Regenerationsfähigkeit von Nervenzellen ist schlecht. Die auf eine Verletzung folgende, regenerations- fördernde, genetische Antwort kann in der Zelle nicht wirksam umgesetzt werden, da die an der Umsetzung beteiligten Botenmoleküle (RNA) durch zelleigenen Enzyme abgebaut werden.

Angriffspunkt: Hemmstoffe dieser Enzyme könnten diesen Abbau verhindern.

Ziel: Ein neuer Angriffspunkt, um die zelleigene Regenerationsfähigkeit zu verbessern

 

Nach einer Rückenmarks- oder Hirnverletzung regenerieren die Nervenfaser sehr eingeschränkt. Mit verantwortlich dafür ist die fehlende Umsetzung der Information von regenerationsfördernden Botenmolekülen (RNAs) in die entsprechende Zellantwort, weil viele dieser Botenmoleküle durch Enzyme (sogenannte RNAsen) verdaut werden.

 

 

Das Projektteam hat in Vorarbeiten gesehen, dass bei verletzten Nervenzellen ein Wiederauswachsen von Nervenfasern über eine größere Distanz erreicht werden kann, wenn die Nervenzellen mittels "genetic engineering" einen höheren Anteil von Hemmstoffen für RNAsen enthalten. Diese Herangehensweise sperrt diese RNAsen gleichsam ein, die sonst diese Botenmoleküle verdauen würden. Damit können durch die Umsetzung der RNA Information höhere Anteile von regenerationsfördernden Faktoren in der Zelle produziert werden, was zu einem schnelleren und nachhaltigeren Auswachsen der verletzten Nervenfasern führt.

In diesem Projekt soll geklärt werden, ob diese RNAse Hemmstoffe auch in einem Modell für Rückenmarksverletzung zu einer Axonregeneration und einer funktionellen Verbesserung führen und somit einen neuen Ansatzpunkt für eine potentielle Therapie darstellen.