Gabi Müller, Clinical Trial Unit, Swiss Paraplegic Centre Nottwil, Nottwil, Switzerland

Respiratorische Komplikationen nach einer Rückenmarksverletzung - Einflussfaktoren und Möglichkeiten der Vermeidung

Gefördert in: 2014, 2015, 2016


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Problem: Nach einer Rückenmarksverletzung ist die Lungenfunktion beeinträchtigt und es kommt häufig zu Lungenentzündungen

Angriffspunkt: Prädiktive Lungenfunktionsparameter und deren Zuverlässigkeit als Vorhersageparameter für eine Lungenentzündung bei eine Querschnittslähmung

Ziel: Die Definierung eines Schwellenwerts für das Risiko einer Lungenentzündung aus den Lungenfunktionsparametern soll eine geeignete Behandlung der Patienten ermöglichen

 

Eine Lähmung der respiratorischen Muskeln ist nach Rückenmarksverletzung häufig. Je höher die Läsion, umso mehr Muskeln sind betroffen und umso stärker ist die Funktion eingeschränkt. Diese Einschränkung der Lungenfunktion und insbesondere der Verlust der Innervation der expiratorischen Muskulatur schafft verschiedene Probleme wie z. B. eine Schwäche zu husten. In der Folge kann Sekret nicht abgehustet werden und das Risiko einer Lungenentzündung steigt. Tetraplegischen Patienten leiden deshalb öfter an einer Lungenentzündung und respiratorischen Komplikationen. Die Lungenentzündung ist leider auch die häufigste Todesursache bei chronisch querschnittgelähmten Patienten. Die Lungenfunktion kann als ein wichtiger Vorhersageparameter für das Risiko einer Pneumonie angesehen werden.

Das Ziel der Studie ist deshalb

a)            festzustellen, wie die Lungenfunktion mit dem Risiko für eine Lungenentzündung verbunden ist

b)            mögliche Vorhersageparameter aus der Lungenfunktion zu identifizieren 

Das Projekt hat einen retrospektiven Ansatz, in dem eine Patientengruppe des Schweizer Paraplegikerzentrums Nottwil analysiert wird und einen multizentrischen Ansatz, in dem 10 Querschnittszentren in Australien, den Niederlanden und der Schweiz beteiligt sind.

 

 

Dieses Projekt will klären, welche respiratorischen Funktionen mit dem Risiko für eine Lungenentzündung verknüpft sind und welche Möglichkeiten bestehen, das Auftreten von Lungenentzündungen zu vermindern. Es will einen Schwellenwert für das Risiko einer Lungenentzündung aus den Lungenfunktionsparametern definieren und eine entsprechend optimale, klinisch relevante Therapiestrategie entwickeln.