Jan Schwab, Charité-Universitätsmedizin Berlin, Berlin, Deutschland

Neurogene Immunparalyse nach Querschnittlähmung: eine internationale, multizentrische und prospektive klinische Studie

Gefördert in: 2012, 2013, 2014, 2015, 2016


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Infektionen, z.B. Lungenentzündung oder Harnwegsinfekte, sind die häufigste Todesursache bei akut rückenmarkverletzten Patienten. Eine Rückenmarkverletzung induziert „neurogen“ eine systemische „Immunparalyse“ (Spinal cord injury induced immune depression syndrome, SCI-IDS). In der Folge ist die Anfälligkeit der querschnittverletzten Patienten für Infektionen erhöht. Infektionen haben überdies einen direkten, regenerations-hemmenden Einfluss auf die neurologische Funktionserholung. Aktuelle Studien identifizieren Pneumonien/Wundinfektionen als unabhängige Risikofaktoren für eine signifikant eingeschränkte Regenerationskapazität nach Querschnittverletzung ("Disease modifying Factor").

Basierend auf präklinischen Daten und einer klinischen Pilotstudie, soll diese Studie immunologische „Vorhersage-Parameter“ (so genannte Biomarker) entwickeln, die es erlauben, rückenmarkverletzte Patienten mit einem erhöhten Infektionsrisiko zu identifizieren und zu behandeln bevor eine Infektion eintritt. Mit der spezifischen, präventiven Behandlung von Infektionen sollen eine verminderte Sterblichkeit, eine effektivere Neurorehabiliation und eine verbesserte neurologische Funktion nach Rückenmarkverletzung beim Patienten erreicht werden. Somit könnte die Behandlung von rückenmarkverletzten Patienten grundsätzlich verbessert werden.

An der international rekrutierenden, multizentrischen Studie nehmen ausgewiesene Behandlungszentren für Querschnitte in Berlin, Tübingen, Zürich und Toronto teil.