Slaven Erceg, Research Centre “Principe Felipe”, Valencia, Spain

Modulierung von aktivierten Astrozyten nach Zelltransplantation – eine Behandlungsstrategie für Rückenmarksverletzung?

Gefördert in: 2014, 2015, 2016


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Problem: Aktivierte Astrozyten tragen zur Bildung der glialen Narbe bei, haben aber auch positive Wirkung auf das Axonwachstum
Ansatz: Verbesserung von Zellersatztherapien bei Rückenmarksverletzung durch Modulierung von aktivierten Astrozyten

Ziel: Ein neuer Therapieansatz bei Rückenmarksverletzung

Eine Rückenmarksverletzung führt zum Verlust von motorischen, sensiblen und vegetativen Funktionen unterhalb der Verletzungsstelle. Als Folge der Gewebeschädigung und der ablaufenden Entzündungsvorgänge wird durch gliale Zellen und insbesondere durch aktivierte Astrozyten eine Narbe ausgebildet, die als physikalische und chemische Barriere fungiert und ein großes Hindernis beim Wiederauswachsen der Axone darstellt. Grundlegende Aspekte zur Rolle der Astrozyten bei der Narbenbildung sind noch unverstanden.

Neben ihrer Funktion bei der Narbenbildung scheinen Astrozyten jedoch auch eine gewebeschützende Funktion und positive Effekte auf das Axonwachstum auszuüben, insbesondere im Zusammenspiel mit transplantierten Stammzellen. Als möglicher zugrundeliegender Mechanismus wird die Veränderung der hemmenden Eigenschaften und eine verbesserte Migrationsfähigkeit von aktivierten Astrozyten diskutiert, was zu einem verbesserten Überleben von Zellen in der Läsion und zu einem verbesserten Axonwachstum führt.

Die Forscher wollen mit diesem Projekt die Transplantation von Stammzellen mit der Modulation der aktivierten Astrozyten kombinieren. Astrozyten sollen pharmakologisch (Glykogen-Synthetase-3 Hemmer) aktiviert werden. Die Forscher erwarten in Kombination mit Stammzellentransplantation eine verbesserte Regeneration bei Rückenmarkverletzung.