Jessica Kwok
Jessica Kwok 
Jessica Kwok, Cambridge Centre for Brain Repair / University of Cambridge, Cambridge, UK

Klinisch besser einsetzbare Moleküle, um das Regenerations-Narbenstoppschild „Chondroitinsulfat Proteoglycane“ auszuschalten

Gefördert in: 2012, 2013, 2014


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Die gliale Narbe an der Verletzungsstelle ist eines der großen Hindernisse für die axonale Regeneration nach einer Rückenmarksverletzung. Die massive Synthese der Chondroitinsulfat Proteoglycane (CSPG) an der Verletzungsstelle trägt auf zwei Arten zur Blockade der funktionellen Erholung nach
Rückenmarksverletzung bei:

a) in der glialen Narbe hemmen sie die Regeneration der Nervenfaser
b) als Bestandteil so genannter „perineuraler Netze (PNN)“ vermindern sie mögliche
Neubildungen. PNN stellen eine Lage von aggregierten extrazellulären Molekülen dar, die  sich über die Oberfläche von Neuronen im ZNS legt. Die 2% CSPGs in den PNNs sind die wichtigsten „Kontrolleure“ für die neuronale Plastizität.


CSPGs können mit dem Enzym Chondroitinase ABC abgebaut werden. Aufgrund der komplexen Eigenschaften und Nebenwirkungen von Chondroitinase ABC muss die Injektion direkt in das verletzte Rückenmark erfolgen und verursacht somit einen zusätzlichen Schaden.
Dr. Kwok will eine alternative, nicht-enzymatische Methode für die Ausschaltung der CSPG Wirkung entwickeln, die besser für die Anwendung geeignet ist und länger anhält. CSPGs entfalten ihre blockierende Wirkung durch „spezifische Angriffspunkte“. Die Strategie ist diese Angriffspunkte (Motive) durch Antikörper zu blockieren und/oder deren Bildung zu verhindern.
Das Ziel ist die Entwicklung einer „nächsten Generation“ von therapeutischen Wirkstoffen, die eine CSPGs verusachte Regenerationshemmung klinisch ausschalten können.