Anne Järve, Max Delbrück Center for Molecular Medicine, Berlin, Germany

Kann der protektiven Arm des Renin-Angiotensin Systems (RAS) zu einer Verminderung der Schädigung bei Rückenmarksverletzung beitragen?

Gefördert in: 2014, 2015, 2016


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Problem: Kardiovaskuläre Fehlfunktion ist einer der führenden Gründe für die Morbidität und Sterblichkeit bei akuter wir chronischer Rückenmarksverletzung.

Angriffspunkt: Der protektive Arm des blutdruck-regulierenden Renin Angiotensin System und seine Rezeptoren

Ziel: Neuer Behandlungsansatz für die Rückenmarksverletzung mit positiven Wirkung auf die Nervenzellen und die Organe des Herz-Kreislaufsystems

 

Durchblutungsstörung, Entzündungsreaktionen und oxidative Schädigung verursachen eine weitere Gewebeschädigung nach einer akuten Rückenmarksverletzung. Dies resultiert in einer motorischen und sensorischen Behinderung, sowie Beinträchtigung der autonomen Systeme mit unkontrollierten Blutdruckschwankungen und Anfälligkeit vieler Organsysteme. So ist die Störung des Herz-Kreislaufsystems eine der führenden Ursachen für die Morbidität und Mortalität bei akuter und chronischer Rückenmarksverletzung. Das Renin-Angiotensin System (RAS) ist in hohem Maß für die Regulation des Blutdrucks verantwortlich, nach einer Rückenmarksverletzung werden die klassischen Rezeptoren (Angiotensin II Und AT1 Rezeptor) aktiviert und tragen zur Organschädigung bei.

Das Renin-Angiotensin System übt aber (über die Angiotensin1-7 und den AT2 Rezeptoren) auch protektive Wirkung aus.

Es ist interessant, dass es nach Stimulierung der AT2 Rezeptoren des RAS zu einer Aktivierung von neurotrophen, anti-entzündlichen und anti-oxidativen Signalwegen kommt und dadurch das Axonwachstum sowohl im Sehnerv als auch bei der Rückenmarksverletzung verbessert wurde. 

Wegen dieser Eigenschaft des protektiven Arms des RAS untersucht dieses Projekt durch Manipulation der Angiotensin1-7, MAS und den AT2 Rezeptoren

•             das neuroprotektive Potential des RAS bei Rückenmarksverletzung

•             die systemischen Effekte auf die kardiovaskulären Organen

Damit wird ein neuer Ansatz für die Behandlung der Rückenmarksverletzung geschaffen, der gleichzeitig auch die Behandlung der kardiovaskulären Organe miteinbezieht.