Marc Ruitenberg, The University of Queensland, School of Biomedical Sciences, Brisbane, Australien

IVIg Mimetika: Verstehen der Interaktion von Komplement und Fc-Rezeptor-Signalling bei der Sekundärschädigung

Gefördert in: 2017, 2018, 2019


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Problem: Unser eingeschränktes Verständnis der komplexen Entzündungsantwort nach einer Rückenmarksverletzung und deren Bezug zu Erholung

Angriffspunkt: Makrophagen und andere phagozytotische Zellen, die das entzündete Rückenmark schädigen können

Ziel: Neue anti-entzündliche Therapien zu finden, die zu einem besseren Outcome nach Rückenmarksverletzung führen

 

Einleitung: Traumatische Einwirkungen auf das Rückenmark verursachen sofortige und irreversible Gewebeschäden, gefolgt von einer Phase der Sekundärschädigung, in der der Nervenzellverlust voranschreitet. Die biologischen Prozesse dieser Sekundärschädigung sind für therapeutische Ansätze zugänglich und stellen somit einen wichtigen Ansatzpunkt zur Verbesserung der funktionellen Erholung dar.

Problem: Es ist wohl bekannt, dass die Entzündung zur Sekundärschädigung und zum Gewebeverlust nach Rückenmarksverletzung beiträgt. Effektive Behandlungsmöglichkeiten gibt es jedoch bisher nicht. Wir konnten kürzlich zeigen, dass intravenöses gegebenes Immunglobulin (IVIG – eine wirkungsvolle immunmodulatorische Behandlungsmöglichkeit, bei der Patienten eine hohe Dosis von Antikörpern verabreicht bekommen) die Entzündungsreaktion und die sekundäre Gewebeschädigung nach experimenteller Rückenmarksverletzung erfolgreich abschwächt. Was wir aber bisher nicht wissen, ist, wie IVIG die Entzündungsreaktionen verändert, dass sie mehr zur funktionellen Erholung beitragen.

Methoden und erwartete Ergebnisse: Immunglobulin-Moleküle können die Entzündungsantwort modulieren, indem sie an spezifische Rezeptoren auf der Oberfläche von Makrophagen und anderen Immunzellen binden. Um herauszufinden, ob diese Interaktion der zentrale Mechanismus der Effektivität von IVIG ist, werden wir Mäuse mit genau dem spezifischen Teil des Immunglobulin-Moleküls behandeln, der diese Rezeptoren bindet (d.h. der Fc-Domäne). Wir werden auch Transkriptom-Analysen durchführen, um zu bestimmen, wie Makrophagen und andere Immunzellen durch die IVIG-Behandlung verändert werden, v.a. in Bezug auf die Moleküle, die sie produzieren. Einige dieser Moleküle werden dann getestet, ob sie zur funktionellen Erholung nach Rückenmarksverletzung beitragen. Wir erwarten, den Mechanismus zu finden, wie IVIG das neurologische Outcome von Rückenmarksverletzungen verbessert, und neue Targets zu entdecken, die diese Wirkung nachahmen. Mögliche Anwendung: Entwicklung IVIG-basierter Therapien zur Behandlung akuter Rückenmarksverletzung.