Marc J. Ruitenberg, The University of Queensland, Brisbane, Australia

Intravenöse Immunglobulin-Therapie zur Verbesserung der funktionellen Regeneration nach einer Rückenmarksverletzung

Gefördert in: 2014, 2015, 2016


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Problem: Fehlregulierte Entzündungsreaktionen nach einer Rückenmarksverletzung verursachen bedeutende sekundäre Schäden, die die Regeneration behindern.

Ansatz: Untersuchung der intravenösen Immunglobulin-Therapie um die schädlichen Aspekte der Entzündung nach einer Rückenmarksverletzung abzuschwächen.

Ziel: Übertragung dieser Therapie, die schon für andere Erkrankungen in der Klinik angewendet wird, auf rückenmarksverletzte Patienten.

 

Eine traumatische Verletzung des Rückenmarks führt zu einer starken Aktivierung des Immunsystems und einer lang anhaltenden Entzündung. Obwohl eine maßvolle Aktivierung des Immunsystems einen notwendigen Teil der Wundheilung darstellt, ist eine fehlgeleitete Entzündungsreaktion im Kontext einer Gehirn- oder Rückenmarksverletzung schädlich und verursacht bedeutende sekundäre Schädigungen, die eine Besserung verhindern. Da es bisher keine echten Behandlungsstrategien gibt, werden effektive und sichere immun-modulatorische Therapien, die die Entzündungsreaktion nach einer Rückenmarksverletzung eindämmen und die Perspektiven für Wiederherstellung der Funktionen verbessern, dringend gebraucht.

Dieses Projekt soll untersuchen, ob die intravenöse Immunglobulin-Therapie (IVIG) genutzt werden kann, um erfolgreich die schädlichen Aspekte einer Entzündung nach einer Rückenmarksverletzung einzudämmen. IVIG entstammt menschlichem Blut und ist bereits in der klinischen Anwendung, z.B. in der Behandlung von Autoimmunkrankheiten.

In einem Modell für Rückenmarksverletzung wird das Team folgende Parameter bestimmen:

  • Die optimale Dosis für die maximale Verbesserung durch IVIG
  • Das Zeitfenster für die IVIG-Behandlung: Wie lange kann die Behandlung nach einer Rückenmarksverletzung verzögert werden bevor sie ihre therapeutische Effizienz verliert?

Erfasst werden die Wirkungen der IVIG-Behandlung bei einer Rückenmarksverletzung mit quantitativen Messungen zur neurologischen Verbesserung, Gewebepathologie und verschiedene Entzündungs-Biomarker. Das Team wird auch Techniken zur bildgebenden Kernspintomographie nutzen, um den Behandlungserfolg auf nicht-invasive Art und klinisch-relevant zu quantifizieren.

Diese prä-klinischen Studien werden auch die zugrundeliegenden Mechanismen untersuchen und wichtige Daten für eine IVIG Behandlung liefern und sollen somit den Weg für klinische Studien mit einer IVIG-Therapie bei akuter Rückenmarksverletzung vorbereiten.