Florence M. Bareyre, Institute for Clinical Neuroimmunology, Biomedical Center, Ludwig-Maximilians University Munich, Munich, Germany

Gentherapie mit FGF22 als neue, neuronale Verbindungen fördernde Behandlungsstrategie bei Rückenmarksverletzung

Gefördert in: 2016, 2017, 2018


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Problem: Nach Rückenmarksverletzung kommt es nur zu einer begrenzten Neu- und Umbildung von Nervenverbindungen und somit nur zu einer schwachen funktionellen Erholung

Angriffspunkt: FGF22, ein für den Auf- und Umbau und die Funktion von Verbindungstellen der Nerven wichtiges Molekül  

Zielsetzung: Erforschung der therapeutischen Wirksamkeit von FGF22

Die Wiederherstellung von Nervenschaltkreisen trägt ein großes Maß zur funktionellen Erholung nach Rückenmarksverletzung bei. Kürzlich identifizierte die Arbeitsgruppe FGF22 - ein präsynaptisches Molekül - als ein Schlüsselmolekül, das für die Bildung von gut funktionierenden Verbindungen zwischen den Nervenzellen nach einer Rückenmarksverletzung unerlässlich ist (Jacobi et al, 2015). FGF22, ein Molekül der FGF-Familie, wurde als ein Schlüsselprotein für die Synapsenbildung in der Entwicklung des Nervensystems charakterisiert (Umemori et al., 2004; Terauchi et al., 2010). Die Projektgruppe konnte nun zeigen, dass FGF22 und seine Rezeptoren FGFR1 und FGFR2 auch im erwachsenen Nervensystem exprimiert werden und eine Störung des FGF22-Signalweges, sowohl auf der Ebene des Proteins als auch auf der Ebene der Rezeptoren, die Bildung und Reifung von neuen Synapsen im verletzten Rückenmark einschränkt. Eine solche Störung führt dann zu einer unzureichenden Bildung von neuen Nervenverschaltungen und einer schwachen funktionellen Erholung.

Die Notwendigkeit von FGF22 für die Bildung gut funktionierender Nervenschaltkreise nach Rückenmarksverletzung ist zwar bekannt, unklar ist momentan jedoch, ob dieses synaptogene Molekül bei Rückenmarksverletzung therapeutisch genützt werden kann. Dieses Projekt untersucht, ob eine Gentherapie mit FGF22 in einem Modell für Rückenmarksverletzung die Bildung und Reifung von Synapsen auslösen kann und den Wiederaufbau von Nervenschaltkreisen verbessert (Ziel 1). Außerdem erforscht das Projekt, ob es eine synergistische Wirkung gibt, wenn die Synapsenbildung mit FGF22 gefördert und gleichzeitig mit STAT3 die Bildung von neuen Axonen induziert wird (Ziel 2). Weiter werden die therapeutischen Auswirkungen dieser Strategien auf die funktionelle Erholung getestet (elektrophysiologisch und funktionelle Verhaltenstests; Ziel 3).