Helmut Kern, Wilhelminenspital, Wien, Österreich

Elektrische Stimulation (epidural) des Rückenmarks zur Erlangung der Steh- und Gehfunktion

Gefördert in: 2006, 2007


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Netzwerke von Nervenzellen steuern im menschlichen Rückenmark die Muskulatur. Die Muskeln werden dabei, zum Beispiel beim Gehen, in einer bestimmten Abfolge aktiviert. Die Netzwerksteuerung funktioniert jedoch nur, wenn sie fortwährend elektrische Signale aus dem Gehirn erhält. Bei Patienten mit Querschnittlähmung sind gerade jene Nervenfasern durchtrennt, welche diese kontinuierlichen Signale an das Rückenmark weiterleiten.

Die bisherige Forschung hat gezeigt, dass eine elektrische Anregung des verletzten Rückenmarks von außen die muskelsteuernden Netzwerke neu aktivieren kann. Damit können grundlegende motorische Fähigkeiten wiederhergestellt werden. Elektroden werden unter der Haut angebracht, dann wird das Rückenmark elektrisch stimuliert. Einfache Bewegungstests und Messungen der Muskeltätigkeit stellen fest, ob eine Aktivierung der Motorik gelungen ist.

Das Projekt soll querschnittsgelähmten Patienten, mit einer Restkontrolle über die Beinmuskulatur, durch elektrische Anregung das Gehen von einigen Schritten oder das Aufstehen aus dem Rollstuhl ermöglichen.

Ref.: Hofstoetter US, Minassian K, Hofer C, Mayr W, Rattay F, Dimitrijevic MR. Modification of reflex responses to lumbar posterior root stimulation by motor tasks in healthy subjects. Artif Organs. 2008 Aug;32(8):644-8.