Fatiha Nothias, Neuroscience Paris Seine, University P. & M. Curie, Paris, France

Eine Kombinationsstrategie – ein neuroprotektives Molekül in einem bioaktiven Hydrogel als Trägersubstanz

Gefördert in: 2014, 2015, 2016


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Problem: Nach einer Rückenmarksverletzung bilden sich Zysten, die von einer glialen Narbe umgeben sind und das Wiederauswachsen von Nervenfasern behindern

Angriffspunkt: Die neuroprotektive und neurorestaurative Wirkung eines Chitosan-Hydrogels mit einem synthetischen Molekül

Zielsetzung: Erfolgreiche Wiederherstellung des beschädigten Gewebes und Förderung der Remyelinisierung und des Axonwachstums

 

Bei einer Rückenmarksverletzung kann es aufgrund von zellulären und molekularen Vorgängen zur Bildung einer Zyste kommen, die von einer glialen Narbe umgeben ist. Diese stellt eine physikalische und chemische Barriere für die spontane Axonregeneration dar. Die Axonregeneration wird außerdem noch durch Myelinabbauprodukte behindert; Durchblutungsstörung und Entzündung, als Folge der Störung der Blut-Hirn Schranke, tragen zusätzlich zur Sekundärschädigung und zu den neurologischen Funktionsausfällen bei.

Neue Biomaterialien eröffnen eine vielversprechende Perspektive für eine therapeutische Gewebewiederherstellung. Nach Implantation in das Rückenmark können Biomaterialien als Ersatz für das extrazelluläre Gewebe und auch als bioaktives Gerüst dienen. Vorläufige Daten zeigen, dass die Implantation eines physikalisch und chemisch gut charakterisierten Hydrogels in das Rückenmark günstige Umgebungsbedingungen für die erfolgreiche Wiederherstellung des verletzten Gewebes bietet, indem es die Narbenbildung reduzieren kann und das Wiederauswachsen der Nervenfasern und die Revaskularisierung begünstigt.

 

 

In diesem Projekt wird zur Optimierung des Therapieansatzes das therapeutische Potential des Hydrogels durch die Anreicherung mit einem synthetischen Molekül, das neuroprotektive und remyelinisierende Funktion hat, verbessert.

In diesem Kombinationsansatz wird untersucht:

A)  Die funktionelle Erholung

B)  Anatomische/histologische Parameter wie Vaskularisierung, Entzündung, Narbenbildung, Auswachsen von Nervenfasern und das Ausmaß der Remyelinisierung

 

Das interdisziplinäre Projektteam besteht aus zwei Gruppen mit unterschiedlicher Expertise: Dr Nothias Gruppe mit Erfahrung in der Rückenmarksforschung und die Gruppe von Dr Laurant David (IMP, University Claude Bernard, Lyon) mit physikalisch-chemischer Expertise. Ziel ist, eine neue Therapiestrategie für traumatischen Rückenmarksverletzung zu entwickeln.