Thomas Kessler, Universität Zürich, Universitätshospital Balgrist, Spinal Cord Injury Center & Research, Zürich, Schweiz

Eine fMRI Studie zu der supraspinalen Kontrolle des unteren Harntrakts bei der neurogene Blasenstörung und Therapie mit Botox A

Gefördert in: 2013, 2014, 2015


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Problem: genaues Zusammenspiel der nervalen Zentren bei der Blasenkontrolle/neurogenen Blasenstörung  ist wichtig für Therapieansätze

Ansatz: fMRI Untersuchung bei Patienten und Kontrollpersonen

Ziel: Erkennntisse zur Steuerung der Blasenfunktion durch supraspinale Zentren als Ansatzpunkt für eine verbesserte Behandlung

 

Eine Rückenmarksverletzung hat nicht nur eine Störung der Bewegungsfunktion und Sensibilität zur Folge, sie betrifft auch das autonome Nervensystem. So leiden sehr viele Querschnittspatienten an einer neurogenen Blasenstörung , die aufgrund der fehlenden Kontrolle eine deutliche Beeinträchtigung der Lebensqualität nach sich zieht. Die Kontrolle der Blase ist ein komplexes Geschehen, an dem mehrere übergeordnete Zentren des zentralen Nervensystems sowie das periphere Nervensystem beteiligt sind. Das genaue Zusammenspiel der Zentren ist noch nicht vollständig verstanden.

Therapie mit Botox A ist bei einer Überaktivität des Muskels, der für die Blasenentleerung verantwortlich ist (Detrusor), eine gut tolerierte und weitverbreitete Therapieoption. Die Wirkung dieser Therapie beruht auf einer zeitlich limitierten Lähmung des Detrusorsmuskels, aber zusätzlich scheint die Wirkung auf  Zentren im Gehirn, die an der Blasenkontrolle beteiligt sind, eine Rolle zu spielen.

Ziel dieser Studie ist die Untersuchung der funktionellen Rolle von übergeordneten Zentren im Gehirn auf die Blasenkontrolle. Dafür werden gesunde freiwillige Probanden und Querschnittspatienten  (mit Überaktivität des Detrusors vor und nach  Botox A Behandlung) mittels funktionellem MRI untersucht. Es wird untersucht, ob Botox A Behandlung die bei neurogener Blasenstörung auftretenden Veränderungen in den entsprechenden Hirnregionen normalisieren kann und ob diese Normalisierung mit einer klinischen Verbesserung der neurogen bedingten Überaktivität des Detrusors korreliert.

In dieser prospektiven klinischen Studie werden 24 Querschnittpatienten mit 12 gesunden Kontrollpersonen verglichen. Man erwartet sich von dieser Studie wesentliche Aussagen zur Steuerung der Blasenfunktion durch supraspinale Zentren, sowie ev. therapeutische Ansatzpunkte.