John Kramer, ICORD/University of British Columbia, Vancouver, Canada

Die Wirkung von Anti-Epileptika auf die neurologischen Funktionen bei einer akuten Rückenmarksverletzung

Gefördert in: 2016, 2017, 2018


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Problem: Bisher gibt es keine medikamentöse Behandlung von Querschnittslähmung

Angriffspunkt: Vorläufige Daten zeigen einen Zusammenhang zwischen Schmerzmedikation mit Anti-epileptika und besserem Funktionsgewinn nach akuter Rückenmarksverletzung

Zielsetzung: Einsatz von Pregabalin für die Behandlung bei Rückenmarksverletzung

 

Es gibt bisher keine medikamentöse Therapie für Querschnittslähmung. Querschnittsgelähmte Patienten müssen mit schwerwiegenden Behinderungen leben, verlorene sensible und motorische Funktionen kehren nur selten zurück. Es gibt zwar vielversprechende neue Therapieoptionen, aber diese sind noch in einem sehr frühen Entwicklungsstadium und wahrscheinlich vergehen noch Jahre bis zur Testung am Patienten.

Patienten erhalten nach ihrer Rückenmarksverletzung unterschiedliche Schmerzmedikamente, aber wir haben nur wenig Information darüber, wie diese Medikamente ihre funktionelle Erholung beeinflussen. Vor kurzem fand diese Arbeitsgruppe, dass Patienten, die eine bestimmte Klasse von Schmerzmedikamenten, Anti-Epileptika, erhielten, mehr Muskelkraft zurückgewonnen haben als Patienten unter einer anderen Schmerzmedikation. Zeitgleich zeigten Experimente im Tiermodell, dass ein spezifischer Typ Anti-Epileptikum, Pregabalin, hilft, verlorengegangene Verbindungen im verletzten Rückenmark wiederherzustellen. Diese beiden Ergebnisse legen nahe, dass Pregabalin eingesetzt werden könnte, um das Leben von Querschnittspatienten zu verbessern, indem sie mehr Muskelkraft zurückgewinnen.

Vor der Testung von Pregabalin als Medikament zur Behandlung von Querschnittslähmung (nicht nur bei Schmerzen) ist weitere Forschung notwendig und einige Fragen müssen noch beantwortet werden. Ist es entscheidend, in welcher Zeitspanne nach der akuten Rückenmarksverletzung die Patienten Pregabalin erhalten? Ist die Höhe der der Dosierung wichtig? Und schließlich die Frage: geht die Verbesserung der Muskelkraft, die im Labor gemessen wird, mit einem für das tägliche Leben relevanten Funktionsgewinn einher (z.B. Gehvermögen, Handfunktionen)? Dazu wird eine große Zahl von Patientenakten im Hinblick auf die Schmerzmedikation nach der akuten Verletzung ausgewertet. Diese Information wird mit den Daten über das Ausmaß der Erholung ihrer Muskelkraft verknüpft. Wenn sich zeigt, dass Pregabalin zu verbesserten Muskelfunktionen führt, wäre das ein bedeutender Meilenstein für den Einsatz dieses Medikaments, um den Gesundheitszustand von Querschnittspatienten langfristig zu verbessern.