David Bennett, Nuffield Department of Clinical Neurosciences , Oxford, Großbritannien

Die Rolle von NRG1 bei Rückenmarksverletzung

Gefördert in: 2013, 2014, 2015


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Problemstellung: Eine Rückenmarksverletzung löst körpereigene Reparaturmechanismen aus, die jedoch für die funktionelle Erholung nicht ausreichen

Ansatz: Wirkungsmechanismen der  verschiedenen Isoformen von Neuregulin1

Ziel: Behandlungsstrategie für Rückenmarksläsionen


Nach einer Rückenmarksverletzung  versucht der Organismus über körpereigene Reparaturmechanismen die ursprünglichen Funktionen wiederzuerlangen.  Zu diesen Mechanismen  gehören  die Wiederherstellung der Markscheiden von entmarkten Nervenfasern, die Auflösung der Entzündung, ein lokales Aussprossen von Nervenfasern sowie  Ausbildung von neuen Verbindungen/ Verschaltungen. Das Verständnis dieser körpereigenen Reparaturmechanismen  kann wichtige Impulse für die Behandlung von Rückenmarksverletzung  bringen.

Neuregulin 1 entstammt einer Familie von Proteinen/ Wachstumsfaktoren und kommt in verschiedenen Varianten (Isoformen) vor.  Für Neuregulin-1 (NRG1) sind mehrere Funktionen im zentralen und peripheren Nervensystem beschrieben, so hat es eine wichtige Rolle in der Myelinisierung der Axonen. Neuregulin 1 greift auch in die Ausbildung von Kontaktstellen (Synapsen) zwischen Nervenzellen ein, spielt eine Rolle bei der Entzündungsreaktion und übt eine schützende Wirkung auf das Nervengewebe aus.

Die Arbeitsgruppe hat in Vorarbeiten zeigen können, dass NRG1 zu einer funktionellen Verbesserung nach Rückenmarksverletzung beiträgt. In diesem Projekt  will die Arbeitsgruppe nun das Auftreten und die genauen Mechanismen der verschiedenen Formen von NRG1 untersuchen, von besonderem Interesse ist

  • die Rolle von NRG1 Isoformen bei der Remyelinisierung  von Axonen
  • welche Rolle von NRG1 bei der Entzündungsreaktion nach Rückenmarksverletzung  spielt
  • über welche Mechanismen NRG 1 zum Schutz des Nervengewebes  beiträgt.

Das Projekt untersucht, wie sich die Freisetzung von NRG1  nach einer Rückenmarksläsion ändert  und wie sich eine Stimulierung der NRG1 Freisetzung  auf eine Rückenmarksverletzung auswirkt. Ziel ist aus  diesen Erkenntnissen eine Behandlungsstrategie für Rückenmarksläsionen  zu entwickeln.